Fahrt nach Palenque/Chiapas
05.08.2006
Nun sitze ich (Benedikt) hier in einer Dschungel-Anlage in der Naehe von Palenque/Chiapas und habe irgendwas zwischen ganz normalem Fieber und toedlichem Denguefieber. Meine Augen halten wenig Licht aus und schmerzen, meine Lymphknoten sind angeschwollen, ich habe Kopfschmerzen, Durchfall und leichte Gelenkschmerzen. Der selbsternannte Doktor an der Bar hat mir gesagt, dass ich noch zwei Tage warten soll bevor ich zum Arzt gehe und nur seine Special-Pillen nehmen soll (Die mexikanische Version von Aspirin, nichts starkes), das kaeme oefter vor.... ich vertraue dem Hombre einfach mal aber ich komme dem Wahnsinn teilweise gefaehrlich nahe....irgendwie ein eigenartiges Gefuehl "total druff" zu sein ohne jegliche Drogen genommen zu haben. Ich sitze hier auf der Veranda und starre in den Dschungel....irgendwas bewegt sich doch da hinter der Palme..... Ist es ein Schlumpf?....oder vielleicht ein Einhorn?.....oder ist es sogar Golum?.....hmmmmm, hoechstwahrscheinlich nur mein Kopf ![]()
Doch bevor ich naeher auf dieses zweite Paradies unserer Reise eingehe in welchem wir uns jetzt befinden, will ich erstmal erzaehlen wie wir hier hingekommen sind denn das ist definitiv ein Kapitel wert.
Zeitsprung/letzten Sonntag
Wir hatten unsere Bustickets in Tulum schon einen Tag frueher gekauft um sicher zu gehen, dass wir einen Platz bekommen. Wir wunderten uns zwar ein wenig, dass der Bus eine etwas sinnfreie Route ueber Playa Del Carmen (noerdlich von Tulum) nehmen sollte, fragten aber nicht nochmal gross nach, wird schon stimmen...dachten wir uns. Nachdem wir den Tag wie beschrieben rumlenzend in den Strassen (In der Strasse) von Tulum verbrachten, begaben wir uns gegen 19 Uhr zur Busstation um dort bis zur vorraussichtlichen Abfahrt um 21:30 Uhr zu warten. Als der "Checker" um 20:30 einen Bus nach Palenque ueber Chetumal ausrief (suedlich von Tulum), wunderten wir uns warum wir solch ein Umweg-Ticket bekommen hatten und fragten sicherheits halber nochmal nach indem wir unsere Tickets vorzeigten, "Palenque" sagten und dabei ein dummes Gesicht machten. Der "Checker" ueberschuettete uns mit einem Redeschwall von dem wir ungefaehr jedes 20. Wort verstanden und wir standen genauso bloed da wie zuvor. Doch siehe da, ein amerikanischer Aussteiger, der sich wohl zur Lebensaufgabe gemacht hatte planlosen Neuankoemmlingen die Taxituer aufzuhalten, kam herbei gesprungen und bot sich fuer 1 Dollar als Uebersetzer an. Also nochmal derselbe Redeschwall, diesmal mit Uebersetzung. Die Tickets die wir hatten waren ein schlechter Witz. Erstens waren sie erst ab Playa del Carmen gueltig und wir haetten bis dahin nochmal zahlen muessen, zweitens waren sie fuer eine 16 Stunden-Route obwohl man innerhalb von 9 Stunden nach Palenque kommt und drittens haetten wir niemals den Anschluss-Bus in Playa del Carmen bekommen. Mittlerweile war es 21 Uhr und wir standen ohne Hotel und mit ca. 70 Euro weniger in der Dunkelheit. Schoene Scheisse, das. Wir liefen zum Busfahrer des richtigen Busses und baten den Ami den wir immer noch im Schlepptau hatten darum ihm unsere Lage zu erklaeren. Wir hatten Glueck (Ich nenne das jetzt einfach mal so), der Busfahrer war uns wohl gesonnen und bot uns an uns mit zu nehmen.....Fuer ein Trinkgeld was dem Preis der Bustickets etnsprach den wir tags zuvor gezahlt hatten. Fuck it, hauptsache wir kommen endlich vom Fleck. Wir luden unser Hab und Gut in die Ladeklappe, stiegen in einen schlafenden Bus ein und fuhren los. Daniel war so schlau gewesen sich einen Pullover mit zu nehmen (wohl eher mit der Absicht ihn als Kopfkissen zu benutzen) denn die Temperatur im Bus entsprach der Aussentemperatur in Frankfurt an einem regnerischen Wintertag. Daniel zog sich den Pulli an und schlief sofort ein und ich verbrachte die naechsten 4 Stunden bis zum naechsten Zwischenstopp leise vor mich hinfluchend.....bibbernd vor Kaelte.
Waehrend der Fahrt fiel mir auf, dass die Strassen immer schmaeler, hubbeliger und steiler wurden und dass der Bus hin und wieder ein paar hundert Meter zuruecksetzen musste um entgegenkommende Laswagen vorbeifahren zu lassen und als es hell wurde waren wir in einer anderen Welt. Tiefgruen gesaettigte Wiesen, weidende Kuehe, dichte duestere Waelder und im Hintergrund Berge, keine Tourie-Resorts mehr, dafuer doppelt soviel Militaerpraesenz. Wir waren im Bundesstaat Chiapas. Die Landschaft war wirklich unbeschreiblich schoen.
Um 7:30 in der frueh kamen wir in Palenque an und setzten uns erstmal in eine der vielen Chicken-Grills, tranken eine Coke zum Fruehstueck und betrachteten das morgentliche Treiben auf der Strasse. Maya-Frauen in Tracht die alle moeglichen gewebten Taschen, Tuecher, Schmuck und andere Waren anboten, Kinderhorden von denen ulkigerweise manche angezogen waren wie arabische Rentner in der City-Passage von Dietzenbach, Marktschreier, alle 2 Meter ein kleiner Eis,- Suessigkeiten,- Hotdog,- Pollo (Chicken)- oder Guertel-Stand, oft von Kindern Gefuehrt die nicht aelter waren als 10, wie erwartet weitaus weniger Bleichgesichter und im Hintergrund die Berge. Die Luftfeuchtigkeit war leider genau so hoch wie am Meer und es war auch nicht viel kuehler. Wir suchten uns ein kleines, sehr billiges Guesthouse in einer Seitenstrasse und schliefen erstmal bis 15 Uhr.






Hallo Ben, Hallo Navi...wir(Harald+ich) lesen gerade mit leisem Entsetzen diesen Bericht. Für 70US hättet ihr es auch bequem fliegen können. Wenn ich euch eine Innlandsflug checken soll, sagt bescheid...Viele neidvolle Gruesse// Karmen
05.08.2006 by Karmen