A Travellerspoint blog

Palenque/ El Panchan

Wir wurden gegen 15 uhr vom Kinderlaerm geweckt der von der Strasse kam. 20 kleine Strolche hatten sich zu einem Baseballspiel auf einer 8 Meter breiten Seitenstrasse versammelt. Als sie uns bemerkten kamen sie neugierig ans Fenster gelaufen, einer strahlender als der andere. Ich rief ihnen "Que Pasa por la calle?" zu und wir hatten 20 neue Freunde. Den Rest des Tages verbrachten wir rumschlendernd zwischen Markt, Strassenfest, Einkaufsstrasse und Guesthouse. Wir kamen an Achterbahnen, vermutlich 30er Baujahr, vorbei, sahen auf dem Kuhmarkt Tiere die eine Kreuzung aus Rind, Kamel und Hase gewesen sein muessen (Kuehe mit Hoecker und Hasenohren), hoerten Marktschreier im Lil Jon Style und zwischen Jesus-Ikonen, Che Guevara-Portemonaies und Arian Nations Propaganda-Videos gab es alles erdenkliche.....wir kauften nichts davon.
Es war die erste groessere mexikanische Stadt in der wir waren (Cancun war ja nicht mexikanisch ;)). Hier war viel mehr Gewusel und Laerm auf den Strassen, nix mit rumlenzen, scheinbar keine Siesta, hammerhart schlechte Luft (obwohl sie uns anfangs so gut vorkam), deutlich mehr Armut, extrem viel Polizei (Zu acht auf Pick-Up Trucks, mit einer Ausruestung von der jeder Counter-Strike Spieler traeumt), die Menschen kamen uns, uns gegenueber, feindseliger vor (vor allem Jugendliche) und ueberhaupt lag ueber der Stadt eine aufgeheizte Stimmung, kurz gesagt: Wir hatten nicht vor lange zu bleiben.
Wir hatten von diesem Dschungel-Camp "El Panchan" gehoert welches vor der Stadt bei den Ruinen liegt und entschieden uns dazu noch eine Nacht in der Stadt zu schlafen und dann rauszufahren.

Kurze Anekdote ueber die Nacht: Ca. 01:00 Uhr, Laswagen faehrt vor, Tueren oeffnen sich, irgendein Gemurmel von "Lieferung" und "Cocaina", Garage wird geoeffnet, Pakete werden geladen, kurzes Palava, kippen werden geraucht, Laswagen faehrt weg, kurz danach extremes Gerammel im Nachbarhaus....

Am Naechsten Morgen merkten wir, dass wir nur noch wenig Bargeld hatten (gerade genug fuer ein Fruehstueck) und Daniel lief zur Bank um abzuheben. Ich setz mich vors Haus und rauche ne genuessliche Steh auf Kippe in der Morgensonne. Eine huebsche Latina kommt die Strasse runtergelaufen....whoooow, mal schauen wie hier geflirtet wird: "Buenas Dias Bonita" .....sie laeuft weiter...stoppt...dreht sich um...laechelt mir zu...laeuft weiter....stoppt nochmal...laechelt mir nochmal kurz zu und verschwindet im dem Haus in dem Gestern diese mysterioese Lieferung ankam. Bam, Bam, Bam....mein Herz....hol jetzt bitte nicht deinen Checker raus. Sie kommt wieder raus, alleine...mit Sonnen,-Regenschirm und laeuft...stolziert...ein zweites Mal an mir vorbei...sie strahlt mich an...ich strahl zurueck...wir strahlen zusammen ...sie sagt etwas... das einzige was ich versteh is "spaeter"....oh ja, du goettliche Schoenheit....bring mir Spanisch bei :)
Daniel kommt zurueck, aufgeregt, die Bank will nix rausruecken, scheisse. Ich lauf zur Bank und versuche es mit meiner Karte...Nada, Niente. Wir machten uns keinen grossen Kopf weil wir an einem anderen Automaten noch das Maestro-Card-Zeichen gesehen hatten aber auch dort...Nix geht. Man sagt uns, dass es nur 2 Banken und einen Automat in der Stadt gaebe...leichte Paranoia....und tatsaechlich, auch der letzte Automat rueckt nix raus...was jetzt?
Die Odysee die wir hatten um an Bares zu kommen erstreckte sich ueber Tage und wir mussten eine Nacht im teuersten Hotel der Stadt schlafen weil es das einzige war in dem man mit Kreditkarte zahlen konnte (Abheben konnten wir damit nicht...kein Pin).....Einzige Alternative waere die Strasse gewesen.

Ausblick aus dem 5. Stock im Hotel

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Die Wolken beschreiben die Stimmung ueber der Stadt

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Als wir endlich Bares hatten wollten wir nur noch weg aus dieser verfluchten Stadt, auf in den Dschungel...mit Gebruell :)
Wir fuhren ins Cabaña-Resort "El Panchan und freuten uns auf Haengematten, Chillige Cabañas, Traveller-Szene und Natur, Natur, Natur.

Als wir dort ankamen verschlug es uns die Sprache. Irgendwie kams einem doch bekannt vor...ach ja: "Der Palmengarten" ...mal 100 :)
Wir hatten ein uebergechilltes Zimmer mitten im Dschungel. Man sass auf der Veranda und sah Pflanzen, Schmetterlinge, Insekten und Voegel in allen erdenklichen Farben, vor unserm Haus ging eine Ameisenstrasse.....Autobahn....entlang, echt krass die Viecher. Die Gerueche waren so extrem, dass man high davon wurde. Ein paar Moskitos, aber laengst nicht so viele wie erwartet.....Wahnsinn, hier bleiben wir mal ne Woche.

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10 Euro fuer ein Doppelzimmer (Mit Dusche/WC/Licht), umgeben von Dschungel, Wasserfaellen, Restaurants/Musikbars, Musikern und schoenen Frauen aus aller Welt sind wirklich fair.
Ich konnte mich garnicht mehr einkriegen als ich die ganzen Instrumente sah die herumstanden....endlich Jammen.
Leider wurde ich dann krank und konnte das ganze nicht so sehr geniessen.

Die "Coolen Musiker" stellten sich auch leider als verkappte Hippie-Autisten raus die meinten hier ihrem "Inneren Bongo-Karl" freien Lauf lassen zu muessen....Nur Getrommel, keine Instrumente. Da sitzen dann 5 bis 10 Europaeer und trommeln wie wild auf ihre Bongos ein. Nach 5 Minuten denkt man sich: Ja, is ja ganz nett, nach 10 Minuten: Wann hoert das auf? :(, nach ner halben Stunde voellig entnervt (Zumal von der Bar nebenan noch "Dragosta din tei" im Dauerloop herueber droehnte)und nach einer Stunde hat man die Motivation zum Morden. JAAA, IHR SEID SCHNELL...JAAA, IHR SEID LAUT...NEIN, IHR HABT KEINE COOLEN RIDDIMS...JAAA, IHR SEID IN TRANCE...NEIN, WIR NICHT.
An den krampfartigen Verzweiflungsschreien die aus den anderen Huetten kamen merkten wir dass wir nicht die einzigen waren denen es so ging, an schlafen (Und gesund werden) war nicht zu denken. Die Bruellaffen mit ihrem Schrei, der gleichzeitig nach bellenden Hunden, grunzenden Schweinen und King Kong klingt, waeren uns als Einschlafmusik noch deutlich lieber gewesen (Gesehen haben wir leider noch keine, zu hoeren waren sie...aber wie).

In den darauf folgenden Tagen lag ich die meiste Zeit flach oder sass teetrinkend im Restaurant waehrend Daniel nach interessanten Leuten, Kursen und Exkursionen ausschau hielt.
Wir besuchten noch die nahgelegenen Ruinen von Palenque und alleine dafuer hat sich diese kranke, etwas aetzende Woche in Palenque allemal gelohnt. Sie erstreckten sich ueber ein kilometergrosses Gebiet mit unzaehligen Pyramiden, Tempeln und anderen Gebaeuden, Hoefen, Plaetzen, Unterirdischen Gaengen, Wasserfaellen und Wegen. Da konnten die Ruinen von Tulum wirklich nicht mithalten, zumal die in Palenque fast vollstaendig begehbar waren. Die Art und Weise wie sie in die Landschaft gesetzt wurden war sehr beeindruckend. Jeder Berg, jede Ebene, jedes Waldstueck un jeder Wasserfall schien im Design beruecksichtigt und abgestimmt zu sein. Nichts schien einfach unbedacht hineingesetzt. Wir standen lange vor den Statuen und Schriftzeichen die fuer uns absolut nichtssagend waren und trotzdem so wirkten als ob sie eine sehr tiefe und weise Bedeutung haetten.

Hier ein paar Eindruecke

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Nach den Ruinen hatten wir wohl alles gesehen was es hier zu sehen gab und kauften uns am Freitag Tickets fuer die Weiterfahrt nach San Cristobal (Keine Sorge, 5 Euro pro Person ;)), die groesste Stadt im Bundesstaat Chiapas. Mein Fieber und die Crazyness waren einigermassen verflogen und wir freuten uns auf das kuehlere, trockenere Klima in den Bergen. San Cristobal liegt 2100 Meter ueber dem Meeresspiegel und alles was wir davon hoerten war sehr positiv. Stadt der Musik, Stadt der Dichter, Stadt der Kultur, Stadt der Kuenste....nichts wie hin :)
Die Fahrt ging vorbei an kleinen Maya-Doerfern, durch wunderschoene Taeler und Waelder und ueber hohe, steile Paesse bis letzendlich diese Stadt vor uns lag.

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Man sah der Stadt gleich an, dass hier einiges ging. Die Leute waren hier staedtischer gekleidet, man sah viele Bars, Restaurants, Theaterhauser, Filmhaeuser (Kinos sind wohl etwas anderes) und kultige Laeden mit Yoga,- Reiki,- und "was weiss ich was fuer Kurs" - Angeboten. Wir liessen uns zu dem Guesthouse fahren welches im allmaechtigen Lonely-Planet am sympatischsten rueberkam, gingen ueber die Schwelle und tauchten ein in eine Szene die im naechsten Bericht ausfuehrlich beschrieben wird.

San Cristobal de Las Casas......City of dreams, das ist meine Stadt, hiervon hab ich schon mit 12 getraeumt, ich bin angekommen!

Thanx fuer die ganzen Comments....weiter so

@Carmen und Harald.....*schaem* ;)

Posted by The Two 20:06 Archived in Mexico

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Comments

"San Cristobal de Las Casas......City of dreams, das ist meine Stadt, hiervon hab ich schon mit 12 getraeumt, ich bin angekommen"..... Hab Tränen in den Augen und freue mich unendlich für Dich! Keep on living your Dreams!

by Harald69

hi
mein alter hats dich erwischt hoffe dir gehts jetzt besser Bruder. wie es sich anhört gets dir gut die weiber sind nicht zu verachten und sich alleine durchschlagen zu müssen ist auch nett so schlecht.Bei mir siehts auch gut aus mach grad beim Band Projekt vom Harald mit (hatten nehn auftritt in der WG) hab guten Kontakt zu 3rd (mach mit MO ein feater)und bin selbst auch ganz gut dabei. Also halt die Ohrn steif hab spass und lebe deinen Traum dein Bruder IRON

by iron

he noch ein comment check mal deine E Mails hab dar zwei Tracks für dich den rest kannst du in der E mail lesen.
IRON

by iron

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