A Travellerspoint blog

San Cristobal de las Casas Pt .2

Puta Madre, der Blog ist ja ganz schoen verkommen, wird hoechste Zeit dass der Mal wieder ein bischen aufgefrischt wird denn es ist ziemlich viel passiert in den letzten Wochen. Um ehrlich zu sein sind wir weit von unserem Zeit,- und Routenplan abgekommen und die Dinge haben sich etwas anders gestaltet als erwartet...Aber das bedeutet nur positives.

In diesem Augenblick sitze ich in Honduras auf Utila/Bay Islands in einem Zimmer mit Riesenfenster welches direkt uebers Meer gebaut ist...Aber dazu spaeter. Erstmal eine kleine Zusammenfassung von dem Zeitpunkt an an dem ich aufgehoert habe. San Cristobal de las Casas, Na Bolom...Ach ja, geil :)

Das Na Bolom war ein Museum fuer Maya-Kunst, ein Guesthouse, ein Park, eine Pitakueche, eine Party-Location, ein Arbeitsplatz, ein Kuenstlertreff und ein Schnittpunkt zwischen Maya,- und westlicher Kultur. Es war ein Komplex. Gefuehrt wurde das ganze von "Chip", einem 60 Jahrigen Amerikaner der seit ueber 30 Jahren in San Cris lebte, 7 verschiedene Indigena-Sprachen sprach, Dokumentationen fuer den Discovery-Channel vorbereitete, Kontakten zu den umliegenden Mayadorfern herstellte, Kunsthandwerk anfertigte und vieles mehr. Im Haus hielten sich ausser den Gaesten immer mindestens 3 Mayakinder auf die hier Unterricht bekamen und auch kuenstlerisch taetig waren. Eingefuehrt wurden wir von Diamond, der Rastamann der auf einem der Fotos im ersten San Cris-Bericht zu sehen ist, dem selbsternannten und legitimen "Millenium-Pimp" und Rastamissionar in Mexico. Er wurde zu unserem grossen Bruder und Menthor und lehrte uns taeglich an die 5 Lektionen fuers Leben. Die 3 Wochen in denen wir dort wohnten verbrachten wir viel Zeit im Haus weil dort eigentlich alles war was man brauchte. Wir hatten beide ein grosses Einzelzimmer mit Blick in einen wunderschoenen Blumengarten und waren mit Carlos dem Pitabaecker und seiner Freundin Diana, Diamond dem Pimp, Jenny der Powerfrau aus New York, Chip dem "Weisen", den 4 Haushunden und ihren Welpen und allen moeglichen Gaesten die ein und ausgingen in bester Gesellschaft.

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Daniel nahm in den ersten Tagen an einem Reiki,- und Synergetik-Seminar bei dem erwaehnten englischen "Guru" teil, von dem er jeden Tag aufgepumpt mit Energie zurueckkam und ich setzte mich oft mit meiner Gitarre in den Garten und schrieb an meinen Songs weiter. Die Mayamaedchen sassen stets kichernd dabei, schenkten uns Maiskolben und machten uns ueber drei Ecken Heiratsantraege. Wir lernten Diamonds Band kennen und konnten von nun an immer in deren Proberaum wo wir die ein oder andere Jamsession mit Diamonds unglaublich gutem Bassisten hatten und machten Touren zu den nahgelegenen Wasserfaellen "El Chiflon", der Seengruppe "Lagos de Montebello" und durch den "Canon del Sumidero". Ausserdem besuchten wir noch das Mayadorf "Chamula", diesmal ohne Pferd und ohne Zoogefuehl. Vor allem die Kirche dort ist erwaehnenswert. Die Kirche von Chamula, wo es etwas anders ablaeuft, wo Katholizismus und alte Mayarituale vereint sind. Die Kirche war durchaus gross, mit einer Kapazitaet fuer bestimmt 400 Menschen, und war nicht bestuhlt. Der Boden war mit Stroh ausgelegt und dazwischen standen tausende von Kerzen (Brandschutz? Ach was! ;)). Zwischen den Kerzen sassen grosse Familien und beteten, flehten und beschwoerten was das Zeug haelt, viele in offensichtlicher Trance. Alle hatten sie Unmengen an Sotdrinks, starken Likoeren, Puppen und Suessigkeiten dabei, ausserdem lebende Huehner in Plastiktueten...Opfergaben eben :). Und sie waren offensichtlich schwer darum bemueht, mit Hilfe von Coca-Cola, laute Ruelpser von sich zu geben, wie wir spaeter herausfanden um Daemonen aus sich zu jagen. Hier und da wurde dann auch noch ein Huhn gekoepft. An den Waenden standen wie in jeder anderen Kirche Figuren der 12 Apostel, wurden aber deutlich ernster genommen als bei uns was man an sich vor ihnen niederwerfenden Maennern sah...Unvergesslich das ganze.

Nachst gingen wir im Nachtleben von San Cris unter, sahen 10-Mann Skabands auf 8 Quadratmeter-Buehnen die unglaublich gut waren und wirklich in jede noch so kleine Bar reinpassten. Daniel liess sich von unserer Mitbewohnerin Jenny private Lapdances geben und ich liess mir von dem Barmaedchen im Madre Tierra Salsa beibringen...Mit maessigem Erfolg ;)
Insgesmat ein wunderschoene Zeit, wir fanden im Na Bolom richtig gute Freunde und ich haette dort wirklich noch Jahre bleiben koennen aber da es zu dem Zeitpunkt keine Volunteermoeglichkeiten gab und wir mittlerweile fast 5 Wochen in der Stadt waren mussten wir mal ans Weiterfahren denken. Guatemala und Spanischschule warteten, vor allem letzteres war bitter noetig. Wir verabschiedeten uns noch von der Bande aus dem ersten Hostel, liessen einige uberfluessige Kleidungsstuecke dort und verliessen schweren Herzens diese Stadt, es gibt noch so viel darueber zu erzaehlen.

Posted by The Two 16:00 Archived in Mexico

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Comments

Hey Daniel,
statt zu arbeiten hab ich jetzt Eure Erlebnisse gelesen und bin richtig eingetaucht in ein anderes Leben ;-)) toll...herzlichen Gruß aus dem kalten (brrrr....) aber sonnigen Berlin
Susanna..
auch schon mal liebe Grüße von Jutta und Werner, denen ich jetzt dann genau erkläre, wie sie hier reinschreiben können :-))))

by Silbermond

Ihr Ratten!!! Wenn man das liest gerät man richtig ins schwärmen;) Ich hoffe es geht euch gut und wünsch euch weiterhin eine gute Zeit.
Schöne grüße aus dem arschkalten frogtowncity.

Ollie

by flamingmoe

Hi Daniel!
Wir Landeier haben es mal wieder nicht gerafft mit dem Link...sorry und Extrabussi!!
Hab schon geträumt von dir, die hätten dich irgendwo in den Wäldern wüßt verschleppt !
Eine tolle Tour mit ganz anderen Spielregeln , gell?? Ich will aaauuucchh !!!
Na, wir denken jedenfalls an dich,so fern der Heimat,das sollst du wissen !
Stehe kurz vor meiner Prüfung, am Mo. Fühle mich wie ein Wespennest,bin sicher auch nicht verträglicher als dieses.Wie du siehst:typisch deutsche Sorgen.
Ich hab noch nicht alle euere Berichte gelesen,kommt noch.Die Fotos sind so toll,da kann man richtig wegtauchen.
Bin richtig froh ,endlich zu schreiben.
Hoffe natürlich auf ein Lebenszeichen.
Ein liebes Drückerli von mir !!
Syn-Jutta aus Münster

by sibilla

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