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Lago de Atitlan

Der naechste Stop den wir uns ausgesucht hatten war der Lago de Atitlan in Guatemala, eigentlich hatten wir vorgehabt noerdlich nach Guatemala reinzufahren und einen Zwischenstop bei den Ruinen von Tikal zu machen aber wir hatten Zeit verloeren und die Spanischschule war erstmal das wichtigste. Wir hatten uns sagen lassen, dass in San Pedro de la Laguna die billigsten Spanbischschulen seien und die Tatsache dass wir so wieder eine Weile am Wasser sind kam uns nur gelegen.
Wir liessen uns bis zum Grenzuebergang La Mesilla bringen, mussten dort aussteigen, unsere Paesse stempeln lassen, ueber die Grenze laufen und auf der Guatemaltekischen Seite mit einem anderen Bus weiterfahren. Das ganze lief wie geschmiert und dauerte eine knappe Stunde...Wir hatten schlimmeres gehoert und erwartet.
Abends kamen wir in Panajachel an und schauten uns die naechsten darauffolgenden 2 tage ein bischen am See um.
Der See war wirklich wunderschoen, umgeben von 3 Vulkanen, von denen man 2 immer im Blickwinkel hatte, liegt er sehr ruhig in einer Berglandschaft und erschafft irgendwie eine ganz besondere Atmosphaere. Aldous Huxley schrieb ueber diesen See: "Der schoenste Fleck auf Gottes Erden"...Damit wird er wahrschienlich Recht haben.
Die Stadt Panajachel wird von den Locals auch haehmisch "Gringotenango" genannt weil es dort von Touristen nur so wimmelt und auch einige Gringos dort wohnen. Abends gingen wir mit einem australischen Farmer, der sich seine Zeit mit Boxkaempfen gegen Kaengurus vertreibt, Bier trinken und liessen uns im Anschluss von einem ansaessigen und sehr freundlichen Franzosen auf ein paar Drinks und Shrimps einladen. Er erzaehlte uns alles ueber Guatemala was wichtig zu wissen ist und klaerte uns ueber ein paar Verhaltensregeln auf was Vulkantouren und aehnliches angeht. Z.B: "Never go without a guide, either u pay for a guide or u pay for an asshole, assholes are much more expensive and u even may have to pay with ur life".

Hier ein paar Eindruecke von Pana

Panajachel.JPG

Viel zu tragen.jpg

Volcano.JPG

Panajachel war fuer uns nur eine Durchgangsstation auf dem Weg nach San Pedro und wir hatten am 2. Tag schon genug davon. Wir nahmen uns ein kleines Schiff ueber den See nach San Pedro und mieteten uns im Hostel San Francisco ein, welches direkt neben der Schule lag die wir uns ausgesucht hatten. Fuer 2,50 die Uebernachtung bekamen wir ein schoenes Zimmer mit Terasse, Seeblick und Haengematten...Beste Vorraussetungen um Spanisch zu lernen.

Die Dachterasse

San Pedro.JPG

Unser Zimmer im LSD-Design

Zimmer San Pedro.jpg

Die Spanischschule bestand aus einem Haus indem der Empfangsraum, das Buereau und die Toiletten waren, 4 kleinen Pavillons mit Strohdaechern wo der Unterricht stattfand und einem grossen Garten wo die Familie welche die Schule betrieb Obst und Gemuese anpflanzte.

Spanischschule.JPG

Der leiter der Schule war ein Guatemalteke in den 30ern der die definition von freundlich war und so deutlich und langsam Spanisch sprach dass es uns so vorkam als ob sie in Mexico eine andere Sprache gesprochen haetten.
Wir bekamen beide unsere Lehrerinnen zugeteilt und es konnte losgehn. Daniel wurde von der Frau des Schulleiters unterrichtet und ich bekam seine kleine Schwester als "Maestra". Der Unterricht war sehr gut und man lernte schneller als erwartet. Dass meine Lehrerin nicht wirklich englisch konnte kam mir nur gelegen, so musste ich ins kalte Wasser springen und einfach Spanisch sprechen, was oft sehr witzig war da ich die Dinge sehr unkonventionell ausdrueckte, meine "Maestra" konnte sich teilweise vor Lachen nicht auf dem Stuhl halten. Sie war dermassen liebenswuerdig und huebsch dass ich mehr Interesse an ihr hatte als an der Grammatik aber ich glaube das kam dem Lernen eher entgegen. Ab der 3. Stunde war es mehr ein Gespraech als eine Unterrichtsstunde, ich klaerte sie u.a. ueber den Unterschied zwischen Nazideutschland und Sovjetunion auf und sie erzaehlte mir von den 23 verschiedenen Mayasprachen (Von denen jedoch nur noch 12 gesprochen werden), den verschiedenen Staemmen, ihren Ritualen und ihrer Geschichte. Sie fragte mich ueber alles aus, Religion, Politik, Geschichte, Musik...Alles. Einmal kam sie sehr verschlafen und mit einer Beule zum Unterricht und als ich sie fragte was los sei erzaehlte sie mir verlegen von ihrem Ehemann der Alkoholprobleme hat und gestern mal wieder betrunken nach Hause kam. Wie konnte er so ein huebsches Maedchen schlagen der Hundesohn?

Die Zeit in San Pedro war sehr "Tranquilo", ausser lernen, essen und lenzen gab es nicht viel zu tun, es waren zwar einige Traveller in der Stadt und es gab einige Sportsbars und Clubs wo wir uns Championsleauge-Spiele anschauen konnten aber irgendwie war das alles nicht so spannend. Erwaehnenstwert ist noch der "Dia de Independenzia" an welchem den ganzen Tag Marschgruppen, Kirchenvereine, Schuelklassen und Senioreenrepresenter durch die Strassen liefen, trommelten, marschierten und tanzten, einige waren verkleidet oder fuehrten ihre Trachten vor aber sie schienen nicht allzu viel Spass bei der Sache zu haben. Jede halbe Stunde kam so ein Trupp vorbeimarschiert und je spaeter es wurde desto mueder und gelangweilter sahen sie aus.

Independenzia.JPG

Da wir eine Beschaeftigung brauchten, erfanden wir unser Travelgame "Nerdball": Man nehme einen Muelleinmer, eine Tasche oder etwas Beliebiges mit Oeffnung, stelle sich 4 Meter davor auf und werfe einen Hackisack-Ball hinein. Jeweils zehn Wuerfe und wer davon mehr trifft hat den Satz gewonnen. Wer mit 2 Saetzen fuehrt hat das Spiel gewonnen. Der Name ruehrt daher dass man sich nach einer Weile schon sehr wie ein Nerd vorkommt :) Wer nicht weiss was ein Nerd ist, der denke an einen Bierdeckelsammler oder Dartprofi ;)

Nachdem wir in San Pedro unser Spanisch aufgepimpt hatten waren wir bereit weiter zu ziehen. Das Geruecht dass in San Marcos de la Laguna (Auch am Lago Atitlan) eine "ganz besondere Energie" herrscht zog uns fuer eine Nacht dorthin, die Energie war aber nicht sehr viel "besonderser" als in San Pedro auch, ausser dass es dort ein paar Meditationszentren gab. Daniel nahm noch an einer wohl recht enttaeuschenden Meditation teil und wir entschieden uns dazu, den wunderschoenen und wirklich sehr besonderen Lago de Atitlan zu verlassen.
Es wurde dringend Zeit endlich mit dem Arbeiten anzufangen und Antigua ist in Guatemala wohl die Hauptstadt der Volunteer-Worker, so waehlten wir uns diese Stadt als naechstes Ziel aus...Back on the road.

Chickenbus.jpg

Posted by The Two 13:02 Archived in Guatemala

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