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Tegucigalpa

sunny

Am naechsten Morgen nahmen wir das erste Boot zurueck nach La Ceiba und von dort aus einen Bus nach Tegucigalpa. Die Busfahrt dauerte 7 Stunden, kam mir jedoch weitaus kuerzer vor da ich etwa 4 Stunden am Stueck von einem suessen Maedchen von den Bay Islands zugetextet wurde, welche mich schonmal darauf vorbereitete in einer der gefaehrlichsten und haesslichsten Staedte der Welt aufzuschlagen. Ueberhaupt scheint Honduras ein riesengrosses L.A. South-Central zu sein. Die Reisewarnung auf der Seite des Auswartigen Amtes liesst sich denn auch wie folgt:

"Aufgrund der steigenden Kriminalität, wachsender Gewaltbereitschaft und einer geringen Hemmschwelle beim Waffengebrauch hat die Gefährdung in den letzten Jahren stark zugenommen. Besonders besorgniserregend sind dabei kriminelle gewalttätige Jugendbanden, die nach Weltbankberichten in Honduras mittlerweile über 40.000 Anhänger verfügen. Bewaffnete Raubüberfälle gehören inzwischen im ganzen Land zum täglichen Erscheinungsbild. Honduras hat zudem eine der höchsten Mordraten in ganz Lateinamerika. Große Vorsicht ist daher geboten. Übergriffe auf Reisende werden insbesondere von der Nordkueste, den Staetden, aber auch den Naturparks und Wandergebieten gemeldet. Besondere Vorsicht wird an der Karibikküste empfohlen (insbesondere in und um Tela)."

Nun, es sah ganz danach aus als ob wir uns die richtige Reisegegend ausgesucht hatten ;) Man muss dazu aber auch anmerken dass die beim Auswaertigen Amt ganz ausgemachte Sissis zu sein scheinen denn auch die Sicherheitsempfehlungen fuer die vorhergehenden Laender die wir besuchten fielen nicht weniger abschreckend aus, doch hatten wir uns bis zu diesem Zeitpunkt noch nie wirklich bedroht gefuehlt.

In der Essenspause der Busfahrt lernten wir noch einen Englaender kennen der seit La Ceiba im selben Bus sass und aufgrund seiner 2 Meter Groesse und dem sehr kleinen Beinraum im Bus durchgehend am fluchen war. Ausserdem trafen wir noch einen Daene der uns erheiternde Storys darueber erzaehlte auf welche verschiedensten Weisen er schon bestohlen wurde. Wir gaben natuerlich unsre Bullenstory zum besten und wir alle waren froh dass wir nicht die einzigen daemlichen und naiven Travel-Opfer waren.

Tegucigalpa war ein zwischen halbhohe Berge gebautes Moloch welches in der Tat haesslicher war als alles zuvor gesehene. Man stelle sich L.A. South-Central vor, vergroessere es um das zehnfache, lege es in ein beliebiges Mittelgebirge, subtrahiere alles was gruen ist und man hat eine kleine Vorstellung davon wie es dort aussah...Drumherum kann man noch ein paar Slums von Rio legen :(

Wir taten uns mit dem witzigen, rotgebrannten Englaender und dem ulkigen daenischen Kurt Cobain zusammen und fuhren in die Innenstadt in ein beliebiges Hostel aus dem Lonely Planet.

Das Hostel in welchem wir aufschlugen wurde von einem Amerikaner gefuehrt welcher einige hochinteressante Storys ueber sein Leben, insbesondere in Central-America, auf Lager hatte, es gab eine grosse Auswahl an Buechern und die Waende waren gespickt mit witzig-weisen Spruechen wie:

"GOD IS DEAD" - NIETZSCHE

"NIETZSCHE IS DEAD" - GOD

Ueber Tegucigalpa-City gibt es wenig zu sagen ausser dass die Haeuser doppelt und dreifach vergittert waren und sich verhaeltnissmaessig viele Asiaten dort niedergelassen hatten. So suchten wir uns ein chinesisches Restaurant welches zwar nicht dreifach vergittert war, dafuer aber zwei duester dreinschauende Sicherheitsleute mit vorgehaltener Pumpgun angestellt hatte...Nettes Ambiente :)
Wir assen ausgezeichnetes chinesisches Essen, tranken ein paar Biersche und redeten viel ueber Musik. Der Daene zeigte mir Lieder von seiner Band die so fuerchterlich schraeg waren dass es schwerfiel ein gutes Wort darueber zu verlieren, der witzige Englaender war ueberwiegend am lachen und steckte uns jedesmal damit an...Ein sehr sehr cooler Zeitgenosse.

Am naechsten Morgen lernten wir im Hostel ein sympatisches franzoesisches Paerchen in den 30ern kennen und beschlossen den Grenzuebertritt nach Nicaragua zu 6. zu machen und erstmal nach Leon, einer Studentenstadt in Nicaragua, zu fahren. Bevor wir losfuhren tauschte ich noch mein Buch "Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten" (Vielen Dank Papa, dieses Buch war die perfekte Travellektuere und hat mir die ein oder andere Inspiration fuer diesen Blog gegeben) gegen "Homo Faber" von Max Frisch und "Der Idiot" von Dostojewski ein...Fuer einen kleinen Aufpreis von 5 Euro, guter Deal.
Wir nahmen einen Bus in einen kleinen Ort wo wir in einen weiteren Bus an die Grenze umstiegen und schon auf dieser Busfart merkte ich dass ich mir mit der englischen Fassung von "The Idiot" dann doch ein bischen viel vorgenommen hatte und bereute den "guten Deal" auch schon wieder ;)

Es sah ganz danach aus als wuerden wir mit dieser Reisegruppe eine sehr amuesante Zeit haben denn der Franzose brachte einen Brueller nach dem anderen welche den Englaender zu noch ausgiebigeren Lacherguessen veranlassten als am Vorabend, in welche wir schliesslich immer wieder alle miteinstimmten...5 lachende Europaeer auf dem Weg nach Nicaragua :)
Dies war auch der Anfang einer sehr lustigen Zeit mit den europaeischen "Compañeros" welcher letztendlich auch zur Gruendung unsrer eigenen "Gang" fuehrte. Doch dazu spaeter.

Posted by The Two 18:17 Archived in Honduras

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