A Travellerspoint blog

By this Author: The Two

Leon

all seasons in one day

Nachdem wir diese Huerde genommen hatten und dabei mehr Geld verloren hatten als bei allen vorherigen Grenzuebertritten zusammen, stiegen wir in einen weitern Mikrobus welcher uns innerhalb von 3 Stunden nach Leon bringen sollte.

Die Tatsache dass Nicaragua das zweitaermste Land in der westlichen Hemisphere nach Haiti ist, machte sich hinter der Grenze schlagartig bemerkbar. Wir fuhren stundenlang auf einer unasphaltierten Strasse die mit Schlagloechern uebersaeht war und uns alle kraeftig zum headbangen animierte. Und waerend in Mexico, Guatemala und Honduras noch die Ueberzahl der Haeuser aus Beton, Stein oder Holzlatten gebaut war fuhren wir hier 2 Stunden lang nur an Wellblechhuetten oder Konstruktionen aus Aesten und Plastkiplanen vorbei.
Und wo waren die Autos? Es war ausser unserem Bus weit und breit kein Auto auf der Strasse, auch Mofas und Mottorraeder waren selten zu sehen und die Strasse war gesaeumt von Menschen welche offensichtlich einen stundenlangen Fussmarsch auf sich nehmen mussten um die noetigsten Dinge zu besorgen.

Es war das erste mal auf diesem Trip, dass einem so richtig bewusst wurde dass man sich mitten in der sogenannten "3. Welt" befindet.
In Guatmala und Honduras haben die Menschen sicherlich auch mit der schlechten Infrastruktur und der schlechten Wasser,- Elektrizitaets und Medizinischen Versorgung zu kaempfen aber das hier war, zumindest hatte ich den Eindruck, nochmal ein ganz anderes Level.
Meine Stimmung wechselte dann auch, nachdem ich den kompletten Vormittag noch lachend verbracht hatte, mehr ins nachdenkliche.
Ich hatte mich am Vortag ein bischen mit der Geschichte Nicaraguas beschaeftigt und jetzt wo ich sah was ich davor nur in Statistiken und Beschreibungen lesen konnte wurde ich wuetend. Wuetend auf die U.S.A und ihre Politik Zentralamerika betreffend, denn wer sich ein wenig mit der Geschichte dieser Laender auseinandersetzt merkt schnell dass sie alle von der U.S.A beeinflusst und gesteuert wurden und werden und das kein Land sich unabhaengig von der U.S.A entwickeln konnte (Was ja nicht nur in Lateinamerika der Fall ist). Das Land welches darunter am meisten zu leiden hatte ist wohl Nicaragua, hier versuchte man 1979 mit der vollen Unterstuerzung der Bevoelkerung eine sozialistische Regierung zu etablieren was zu einem langen, von der U.S.A initiierten, Buergerkrieg fuehrte welcher das Land noch heute stark praegt und spaltet.
Nun, lang kann ich jetzt nicht auf Politik und Geschichte eingehen aber soviel sei gesagt: Man wird sehr leicht antiamerikanisch wenn man durch diese Laender faehrt, die Art und Weise wie die U.S.A hier immer wieder ihre dreckigen Finger ins Spiel bringen ist verabschaeuengswuerdig.

Wir fuhren durch eine relativ flache Gegend und das Gruen der Felder war hier ein ganz anderes als das welches wir in den letzten Monaten im Hochland und an der Kueste gesehen hatten, viel heller und frischer. Links und rechts der Strasse waren Felder auf denen Kuehe und Pferde weideten, waeren nicht die Huetten und die Menschen gewesen haette man sich glatt in Deutschland waehnen koennen. Am Horizont sah man die Umrisse von Bergen und hin und wieder fuhren wir an Vulkanen vorbei die in dieser flachen Umgebung viel imposanter wirkten als in Guatemala wo sie von anderen Bergen umgeben waren.
Die Landschaft war wirklich bezaubernd und lenkte mich bald von meinem Amerikahass ab ;)
Es war auffallend dass in jedem Baum, in jedem Strauch und auf jeder Huette die an der Strasse standen rote und rotschwarze Flaggen wehten. Ein Land voller Kommunisten und Anarchisten?!? Kann ja nicht sein...Ich war neugierig was es damit auf sich hatte und freute mich auf Leon, eine weitere Kolonialstadt.

Mit der Zeit wurde es dunkler, wir waren allesamt todmuede und sehnten uns nach diesem anstrengenden Trip nur noch nach einer warmen Mahlzeit, einer Dusche und einem Bett. Doch es sollte noch eine Weile dauern. Der Fahrer hielt in einer kleinen Stadt ploetzlich an, behauptete dass er eine Panne habe und dass wir mit dem Linienbus, der gerade vorbeikam, weiterfahren muessten. Da keiner etwas von einer Panne mitkriegte und wir auch keine Antworten bekamen waren wir uns ziemlich sicher dass der Fahrer einfach kein Bock mehr hatte weiter zu fahren und ihm der Linienbus gerade recht kam. Wir mussten uns sehr beeilen unser Gepaeck umzuladen (Was bei einem ueberfuellten Mikrobus nicht gerade einfach ist) und schafften es noch gerade so in den Bus zu springen.

Nach einer 1 1/2 stuendigen Fahrt waren wir dann endlich in Leon wo der Bus uns am Stadtrand aussetzte. Mitlerweile war es 21 Uhr und dunkel und keiner von uns wusste wohin es geht. Busse und Taxis waren keine zu sehen und so hielten wir einen Pick-Up an auf dessen Trageflaeche trotz 5 Jugendlichen Nachwuchsgangstern noch genug Platz fuer uns war. So fuhren wir jubelnd in die Stadt hinein deren Strassen um diese Uhrzeit noch recht belebt waren und liessen uns im Zentrum absetzen.

Der latscho-Ami aus Tegucigalpa hatte uns das Big-Foot-Hostal empfohlen und so fragten wir uns durch bis wir dort ankamen und das perfekte Guesthouse vorfanden.
Der Eingangsraum war eine gechillte Bar, die Gemeinschaftskueche so gros und hoch wie eine Basketballhalle und der Innenbereich ein Traum fuer jeden erschoepften Traveller. Ein Innengarten mit vielen Pflanzen, Springbrunnen und Schildkroeten und aussenrum ein weitlaeufiger Aufenthaltsbereich mit Liegestuehlen, Haengematten, vielen Tischen,TV-DVD-Area und das wichtigste: Ein Billardtisch :) Die Schlafraeume waren zwar sehr einfach aber gross und unseren Anspruechen absolut genuegend.

Das Big Foot war voll mit Travellern aus aller Welt und die Stimmung war grossartig und sehr entspannt. Man sass schnell mit Israelis, Italienern, Iren, Amis, Kanadiern, Aussies, Franzosen, Daenen, Englaendern, Suedafrikanern, Schweizern und Deutschen um einen der Tische, tauschte sich ueber seine Reiseerfahrungen aus und plante seine weitere Route.

Es war darueberhinaus der perfekte Ort fuer Sportsfreunde wie uns. In den darauffolgenden Tagen wurde so gut wie ausschliesslich Pool oder Poker gespielt und natuerlich Fussball geschaut (Championsleague und alle europaeischen Topligen).
Lange Fussballphilosophie-Sessions mit Guy (Manchester United) und Sebastien (Paris SG und Lyon erfolgsfan). Daniel zockte ordentlich Poker und hatte das Siegerglueck auf seiner Seite und wir veranstalteten ein Pool-WM.
England/Italien konnte im Finale mit viel Glueck Deutschland/Frankreich bezwingen...Dejavue? ;)
Der Sportsgeist faerbte auch auf die Namensgebung ab, ab sofort hiess man nichtmehr Guy, Sebastien oder Daniel sondern einfach nur England, France oder Germany und den ganzen Tag schallten Laendernamen durchs Hostal.

Die Leute im Hostal waren durch die Bank weg schwer in Ordnung. Da war der Australische Besitzer der Vulkan,- Sandboarding-Touren veranstaltete und seine lockere Crew, Pablo der Brasilianische Kunstschmied der im Hostal seine Ware anbot und auf Bestellung anfertigte, viele nette Traveller und unsere Gang die immer mehr zusammenwuchs.

Ich las im schnelldurchlauf meinen "Homo Faber" durch, ein Wahnnsinsbuch welches mich lustigerweise an Orte brachte an denen ich erst vor ein paar Wochen gewesen war, Daniel machte bei der Vulkanboarding-Tour mit (War mir leider zu teuer) die unglaublich geil gewesen sein musss und ansonsten schlenderten wir durch die Strassen, widmeten uns dem Sport oder hoben ein paar Biersche.

Die Stadt Leon war interessant. Viele kleine Laeden mit allem moeglichen Kram zwischen Bayerntrikots und Kaffemaschinen, die Strassen voll mit CD, DVD und Kappenstaenden und hin und wieder fuhren mit dickem Soundsystem und Megaphon ausgestatte Pick Ups durch die Strassen, voll beladen mit Fahnenschwenkenden und johlenden Jugendlichen welche mir die Antwort auf die Frage was es mit den rot,-schwarzen Fahnen auf sich hat ins Gesicht bruellten: Nicaragua war mitten im Wahlkampf und die sozialistische FSLN hatte offensichtlich die groesste Unterstuetzung was man unschwer an der Ueberzahl der FSLN-Pick-Ups erkennen konnte.
Architektonisch war auch diese Stadt sehr Kolonialistisch gepraegt nur mit dem Unterschied dass hier die Gebaeude weitaus heruntergekommener waren und hier und da Einschussloecher vom Buergerkrieg zu sehen waren. Aber das machte sie nicht weniger ansehlich, im Gegenteil. Eine heruntergekommene, teilweise halb zerfallene Kirche aus dem 16 Jahrhundert hat einen ganz anderen Charme als eine frisch renovierte und gepinselte aus der selben Zeit.
Die Atmosphaere in der Stadt war aussergewoehnlich und mit keiner der vorherigen Staedte zu vergleichen. Die Menschen waren europaeischer aussehend und gekleidet und der Wahlkampf brachte ein geradezu revolutionaeres Feeling hinein.

Nach 3 Tagen in Leon beschlossen wir weiter zusammen in Richtung Granada weiterzuziehen. Der Daene war abgesprungen und wir nahmen mit Sue eine sehr liebe Kanadierin in die Gang auf.

Mit dem zusammen traveln das ist so ne Sache. Man trifft oft auf Traveller die sofort mit einem zusammen reisen wollen weil man 3 Woerter miteinander gewechselt hat, das kann dann recht laestig werden denn wie erklaert man denen dass man daran kein Ineresse hat ohne unhoeflich zu werden? Es gibt die verschiedensten Sorten von Travellern, darauf will ich hier an dieser Stelle mal etwas humoristisch eingehen:

Nun, an erster Stelle waeren da die "Drogentouristen". Freigeister die von den unzaehligen exotischen, bewusstseinserweiternden Kraeutern, Pilzen und Pflanzen angezogen werden die man in Europa, Nordamerika oder Australien entweder garnicht oder nur in kleineren Dosen oder mit kleinerer Konzentration bekomen kann. Das koennen sehr witzige Personen sein die fuer jeden Spass zu haben sind und einem das schoene Gefuehl geben koennen dass das Leben ein Vergnuegungspark ist... Man muesse es nur wissen. Oftmals sind es aber auch einfach nur bemitleidenswerte Menschen die in der Heimat wohl als Junkies bezeichnet werden koennen und sich hier wohler fuehlen weil sie sich nicht rechtfertigen muessen und nicht so aus der Menge stechen weil es einfach viel mehr von ihnen gibt.

Dann gibt es da die "Haengengebliebenen", damit meine ich nicht haengengeblieben im Sinne von beschraenkt (Was aber in dieser Gruppe durchaus auch vorkommt..hehe) sondern im wortwoertlichen Sinne. Freigeister die ihren Rueckflug verstreichen haben lassen oder gar keinen haben und teilweise seit Jahren durch die Gegend reisen, Handlangertaetigkeiten ausueben, sich unter die einheimischen Kunsthandwerkler gesellen und versuchen so gut wie moeglich wie ein Local zu wirken und zu leben. Da sieht man dann z.B. oft zwischen Mayafrauen in Tracht die an der Strasse sitzen und ihre Ware anbieten eine "verkleidete Gringa" sitzen und Freundschaftsbaendchen flechten.
Das koennen sehr angenehme, weltoffene und interessante Personen sein, oftmals sind sie aber auch einfach nur bemitleidenswert. Diese sehen sich dann als die Travel-Elite an und schauen oft mit Abscheu auf Touri-Traveler herab, wahrscheinlich weil sie durch sie immer wieder an ihre eigene verhasste und verdraengte Herkunft errinnert werden. Man hoert sie oft schlecht ueber ihre Heimatlaender reden, dort sei es kalt, haesslich und die Menschen seien unfreundlich...Ueberhaupt sei dort alles total scheisse, der Unterton ist sie seien eigentlich gar keine "Westler" mehr...Sie merken dabei nicht dass das etwas verbohrte europaeische Denken immernoch tief in ihnen verankert ist und vergessen leider dass ihre Versicherung, ihr Kreditinstitut und ihre Eltern dort sitzen und allzeit bereit sind sie aus jeglichem Schlammassel zu befreien.

Die Grenze zwischen diesen beiden Gruppen ist oftmals fliessend.

Dann gibt es die "Krassen-Traveller".
Freigeister die einfach mal krass sein wollen und von der Krassheit angezogen werden die ihnen der Trip verspricht. Sie machen alles was krass ist und wenn sie was erzaehlen dann hoert man immer die Frage "Krass oder?" mit hindurch. Das koennen sehr angenehme Zeitgenossen sein die einfach nur nach Adrenalin und Abwechslung aus sind und einfach eine Zeit lang ihrem Alltag entfliehen, etwas erleben, das Leben riechen wollen. Oftmals sind es aber auch furchtbar anstrengende Personen die sich wie der krasse Kolumbus fuehlen und so tun als ob sie die Einzigsten und Ersten waeren die diesen Trip machen. Leider merken sie oft nicht dass sie sich im Endeffekt auf derselben Erde befinden und dasselbe machen wie Millionen Menschen zuvor. Auch sie wandeln auf begangenen Pfaden. Aber man laesst ihnen natuerlich gerne ihren Spass.

Dann gibt es da die "Crimetraveler". Radikale Freigeister die in ihrem Heimatland aus den verschiedensten Gruenden gesucht werden, ihre Freiheit verlieren wuerden und deshalb nicht zurueckkehren wollen. Das sind meistens Amerikaner und koennen sehr sehr coole Menschen mit den interessantesten Geschichten sein. Sie kommen aus den verschiedensten Gruenden hier her, entweder weil sie einfach nur frei sein wollen, ein neues Leben anfangen wollen oder aber weil sie ihrer kriminellen Energie hier weiter ungestoert freien Lauf lassen koennen.
Das sind Menschen zwischen 8 und 88 und ihr Strafregister reicht von "Mitglied in einer terroristischen Vereinigung" (Anarchisten, Umweltschuetzer und Kommunisten gelten in Amerika wohl mittlerweile teils schon als solche) ueber Drogenhandel bis Vergewaltigung/Mord.

Nun, dann gibt es die tatsaechlichen reinen Touri-Traveler. Nur MEISTENS Freigeister die von den vielen Naturwundern, Kolonialbauten und Ruinen angezogen werden die es hier zu bestaunen und zu geniessen gibt. Das koennen von Polizisten ueber Bankiers bis Dachdecker alle Berufsklassen sein die sich einfach nur eine Auszeit genommen haben. Leider haben diese meistens eine Heidenangst vor den Einheimischen und bewegen sich nur in den fuer sie vorgefertigten Bahnen, bekommen von den Einheimischen aber wenig mit und meiden jeglichen Kontakt so gut wie es geht...Das geht oftmals ins unterschwellig rassistische. Man findet unter ihnen viele sehr nette, aufgeschlossene Menschen aber ihre Dekadenz ekelt teilweise an.

Darueber hinaus waeren da die Partytraveler, nicht zu verwechseln mit den Drogentravelern.
Freigeister die von dem Tequila/Rum, dem Salsa und den schoenen Latinas/Latinos angezogen werden. Oft wuerde man diese Menschen eher auf Majorca erwarten und in dieser Gruppe gibt es verhaelltnissmaessig viele Frauen/Maedchen. Sie koennen immer...sowohl feiern als auch ficken und sehen es als Affront an wenn man nicht mitmachen will. Sie haben oft eine Ausruestung wie ein all-inclusive Urlauber und ein sehr grosses Budget. Das sind oft sehr witzige und unbeschwerte Personen die fuer jeden Spass zu haben sind, koennen aber auch unheimlich anstrengede und aufdringliche Vollpfosten sein. Was sie alle gemeinsam haben, sie sind nicht allzu gebildet, koennen kein Gespraech ueber 5 Minuten fuehren und lieben den Spruch: U only have one life to live. Ich habe in dieser Gruppe sowohl sehr gute Compañeros/Compañeras als auch Feinde bis aufs Blut gefunden.

Dann gaeb es da noch die "Lass mich alleine-Traveler".
Freigeister die von langen Wanderungen, einsamen Stunden mit Buch in der Haengematte und kulturellen Besichtigungen angezogen werden. Eventuell hoffen sie hier ihre grosse Liebe zu finden oder etwas kommunikativer zu werden aber so richtig glauben koennen sie wohl nicht dran sonst wuerden sie sich ja unter Menschen begeben. Sie gehen frueh schlafen, lieben es alleine zu sein und reisen mit der Attituede "I am a lonesome cowboy" durchs Land. Das sind meistens sehr feine und interessante Personen die ueber ein bestimmtes Thema (oder auch ueber alles) sehr gut bescheid wissen und mit denen man lange Gespraeche fuehren kann wenn man denn mal zu ihnen durchdringen kann. Oft geben sie einem jedoch auch das Gefuehl dass es schon eine Frechheit darstellt wenn man nur in einem Bus mit ihnen sitzt. Diese Gruppe ist schwer einschaetzbar, es koennen mitunter auch absolute Partyanimals sein die bis Mitternacht schlafen und dann schweigsam aufstehen, rausgehen und sich erst am naechsten Morgen wieder total besoffen ins Bett fallen lassen...Alleine, versteht sich.

Eine sehr ulkige Gruppe sind die "Ich muss weg-Traveler"
Freigeister die leider viel zu wenig freie Zeit haben und sich fuer diese Zeit auch noch viel zu viel vorgenommen haben. Sie hasten von Ort zu Ort, versuchen alles mitzunehmen was in der Naehe ist und muessen wieder weiter bevor sie ueberhaupt angekommen sind. Oft Traveler die ein all arround the world ticket haben und in 10 Tagen ihren Weiterflug 2000 kilometer suedlich erreichen muessen.

Ausserdem noch die "Ich bau mein Ego auf-Traveler"
So gut wie ausschliesslich Maedchen nach denen sich in Europa eher weniger Maenner umdrehen wuerden, die hier aber von den Chicos wie Divas behandelt werden. Das sind sehr liebe Maedels die es sichtlich geniessen mal voll im Mittelpunkt der Maennerwelt zu stehen, teilweise jedoch das weibliche Gegenstueck zu den Sextouristen darstellen die nach Thailand fahren um jeden Tag 3 verschiedene Frauen zu haben.

Nun, dann gibt es noch die Polittraveler die von Che Guevara und der Revolution angezogen werden jedoch leider zu spaet gekommen sind und nur noch kapitalistische und unterdrueckerische Polizei,-Militaerstaaten vorfinden.

Die Gruppentraveler, oft Israelis die grade die Armeezeit hinter sich gebracht haben, sich mitsamt ihrer Einheit nach Lateinamerika abgesetzt haben, unter sich bleiben und auf Angriffe warten.

Ausserdem noch Mitleidstraveler, Welle-Walle-Waldfrauen, Paedophile Sextouristen und Extremsportler.

Die praegnanstesten Gruppen sind auf jeden Fall die ersten 5, insbesondere die ersten 2, natuerlich gehoert man selten nur einer Gruppe an sondern setzt sich aus 2-3 zusammen.
Die Ueberzahl besteht natuerlich eh aus Travel-Travelern, bedingungslose Freigeister die einfach frei bleiben und schizophren von Gruppe zu Gruppe springen.

Es ist mir schon klar dass es nicht ganz korrekt ist Menschen so in Schubladen zu stecken aber es ist immer wieder amuesant zu sehen wie diese Schubladen zutreffen bzw. wie sie sich selbst in diese Schubladen stecken. Welcher Gruppe ich angehoer??? Nun, wenn ich mich zuteilen muesste wohl am ehesten den "Krassen" und den "Touris"...Mit den Beigeschmaeckern Polit, Party und Lass mich alleine ;)

Aus diesem Mix hatte man sich also seine Reisegefaehrten auszusuchen, bis dahin sind wir hauptsaechlich alleine gereist aber mit Guy, Sebastien, Anelenne und Susan hatten wir eine sehr gut harmonierende Gruppe gefunden die Spass machte und wir beschlossen noch fuer eine Weile zusammen zu bleiben.

Am letzten Abend veranstaltete Pablo der Brasilianische Kunstschmied noch eine kleine Party. Er schlug uns vor dass wir das Essen und die Getraenke einkaufen und er dafuer fuer 20 Hostelgaeste seine Wohnung zu verfuegung stellen wuerde und uns bekochen wuerde. Das klang gut und wir willigten ein. Pablo war ein etwa 40 jaehriger Chavo aus Brasilien der in Nicaragua gebliben war weil er hier einen Sohn hatte und diesen nicht mit seiner "von Grund auf boesen" Mutter alleine lassen wollte...Ein Vernuenftiger Gedanke ;)
Nun, seine Wohung stellte sich als ein dreckiges Zimmer ohne Moebel und Sitzmoeglichkeiten heraus in welches niemals 20 junge, angetrunkene Menschen gepasst haetten und auch das Essen haetten wir selber wahrscheinlich besser verarbeitet aber es gab einen weitraeumigen "Innenhof" wo wir uns auf eine Stufe setzen konnten und Pablo war ein wirklich korrekter Typ der es nur gut gemeint hatte.

An diesem Abend unterhielt ich mich ausgiebig mit einem von Pablos jugendlichen Freunden ueber das Weltgeschehn und die Zukunft der Menschheit und es war wenn nicht ueberzeugend so zumindest interessant was dieser zum besten gab. Er war sehr gebildet, liebte deutsche Philosophie und Dichtung (Woraus er erstmal eine Reihe von Spruechen zitierte) und war ein Sohn von Kubanisch,- Venezuelanischen Einwanderern die ihn im sowjetischen Ungarn zur Welt brachten wo sie "Revolution" studierten...Der Witz kam an :)
Er war der vollen Ueberzeugung dass die "Westliche Welt" kurz vor dem Untergang steht, die Menschheit im Zuge dessen in den groessten Krieg seit ihrer Entstehung geraten wuerde und dadurch auf eine Population von 2 Milliarden reduziert wuerde. Und so stellte er sich das vor:
Europa wird in Zukunft von der islamischen Welt unterwandert und fuer seine koloniale Vergangenheit zur Rechenschaft gezogen (Nun, diese Einschaetzung konnte ich bis zu einem bestimmten Punkt zumindest nachvollziehen). Russland wird sich einschalten und versuchen seinen Nutzen daraus zu ziehen, dadurch das Desaster jedoch erheblich vergroessern und einen brutalen Krieg anzetteln.
Zur selben Zeit werden sich die Lateinamerikanischen Laender zu einem riesigen Feldzug gegen Nordamerika vereinen, nachdem die Hispanische Bevoelkerung in den Staaten schon einen Guerrillakrieg angezettelt hat...versteht sich. Diese beiden grossen Konflikte werden dazu fuehren dass die Weltwirtschaft kollabiert (Logisch) und die Erde in ein riesiges Schlachtfeld verwandeln.

Wow, das war starker Tobak was mir dieser leicht depressive junge Mann da auftischte...Und nun lasset uns beten ;)

Nach einer Weile wurde es mir aber dann zuviel, ich wollte gut gelaunt nach Hause gehen und hatte keine Lust auf den Weltuntergang, so wandte ich mich Susan zu die neben mir sass, aufmerksam zuhoerte und es immer mehr mit der Angst zu tun bekam.
Die Party war noch sehr witzig, die Partygesellschaft sass noch lange zusammen auf dieser Stufe, trank Bier und unterhielt sich ueber leichtere Themen wie z.B. "Mit dem Huskyschlitten zur Schule", "Wie werd ich den besoffenen Israeli los" oder "Eintracht Frankfurt - Newcastle United".

Und dann passierte es, die Geburtsstunde einer engen Beziehung zwischen mir und einer Band um die ich bis zu diesem Zeitpunkt einen grossen Bogen gemacht haben muss.

Pablo legte eine CD ein und die RAMONES bruellten in die Nacht hinaus:

I¨m --- looking for --- something to -- believe in
And I --- dont know where to start --- and i dont know where to begin

(Ratatataaaaatatata usw. Geiles Riff :))

Ganz simpel, ganz einfach, eigentlich schon pubertaer...Aber etwas was mir in Zeiten von zahllosen Verschwoerungstheorien und Weltuntergangsszenarien und auf einer Reise die meinen Kopf zehnfach durchwirbelte sehr aus dem Herz sprach.

Posted by The Two 15:01 Archived in Nicaragua Comments (1)

Grenzuebertritt Nicaragua

Waehrend wir in einem Mikrobus sassen, aehnliche Platzbedingungen wie nach der Einreise nach Honduras hatten und so vor uns hinlachten kamen wir der Grenze immer naeher und wurden ploetzlich von 50-80 Jugendlichen abgelenkt die aufgeregt,-schreiend neben und hinter unserem Bus hersprinteten sobald sie ihn kommen sahen.

Whoooow, Donald Rumsfeld im Linienbus in den Strassen von Bagdhad???

Nein, nein, nach einem kurzen Schrecken war klar dess es nicht um unsre Haut ging sondern um den von 50 sprintenden, wild gestikulierenden Sportsfreunden angebotenen Deal unser Gepaeck ueber den 2-3 km langen Grenzstreifen zu bringen.

Der Bus wurde langsamer, die Tueren gingen auf und sobald man ausgestiegen war stand man in einer Menschentraube die einem das Gepaeck aus den Haenden zu reissen versuchte, dies auch schaffte, und auf ein nahstehendes Dreirad (Rikschamaessig) hievte. Man hatte keine Chance dagegen...Ausser vielleicht der Franzose der aber so gut wie alles schafte und deshalb spaeter auch zum heimlichen Anfuehrer der Gang wurde.

Erstmal sorgte man dafuer dass man sein Gepaeck wieder in der Hand hielt, wechselte sein Geld bei den umherlaufenden Checkern, liess sich dabei selbstverstaendlich ueber den Tisch ziehen, und kuemmerte sich schliesslich um einen der Sportsfreunde. Nachdem man den Sportsfreund gefunden hatte der die coolstn Spruech draufhatte, meiner sprach mich auf die Einracht an :) gings los. Und auch hier wieder extreme Freude am Sprint. Diesmal 1 km. mit dem Fahrrad bis zum Grenzhaeuschen.

Am Grenzhauschen warteten weitere 20 Sportsfreunde die mitgesprintet waren auf einen um sich als "Checker" anzubieten, fuer was auch immer..Checken halt. Man lief zum Grenzhaeuschen bzw. liess sich von 3-4 Checkern welche sich von diesem Zeitpunkt an als "Personal Checker" betrachteten zum richtigen Schalter fuehren und die naechste Etappe ging los...Dismal formeller Art doch nicht weniger anstrengend.

Eins war klar, dies wird die erste Grenze die den Horrorstorys entsprach die wir von Grenzen in Central,-America gehoert hatten.

Vor sich hatte man einen arbeitsunwilligen Grenzbeamten der ueberhaupt keinen Bock auf nichts hatte und hinter sich eine Menge von 10-20 Jugendlichen die einfach auch "mitchecken" wollten, sei es uebersetzen (In Handsprache), irgendwas erklaeren oder auf den Rucksack aufpassen.
Man suchte sich einen von ihnen aus, selbstverstandlich mein Eintracht-Fan, machte den anderen klar, dass von jetzt an ER mein "Personal Checker" ist und das Spiel gewonnen hat und versuchte schliesslich den Grenzbeamten zum arbeiten zu animieren. Arbeiten hiess in dem Fall: 3 Euro kassieren, ein Ausreiseformular austeilen und wieder zuruecknehmen, es durchlesen, ein paar Fragen dazu stellen und einen Stempel geben.
Auf honduranischer Seite lief das noch recht gut (5-10 Minuten) aber die Nicaraguaner waren gut ausgebildete Zeitverzoegerer.
Bis man das Einreiseformular bekam dauerte es schon eine Tasse Kaffee, bis er es durchgelesen hatte etwa 2 weitere Tassen und ein Donut und dann wurden Fragen gestellt:

- "Warum reist du? Mit wem reist du?

- "Nun, ich reise mit 5 Compañeros"

- "Von wo kommen die?"

- "Europa...Deutschland, Frankreich, England, Daenemark..."

- "Aha, soso....nun....lass mal sehn....hmmm....du sagst also dass ihr zusammen unterwegs seid?"

- "Si claro, correcto"

- "Und wo sind deine Compañeros?"

Was will der? Daniel und Daenemark standen neben mir, England kam auch kurz danach und Frankreich war noch am anderen Schalter.

- "Nun, 2 stehen hier und die anderen kommen sicher gleich nach"

- "Nun, ihr muesst aber zusammen vortreten, eure Paesse gleichzeitig vorzeigen und zusammen bezahlen"

- "Koennen wir nicht getrennt zahlen?"

- "Nein, is nicht drin"

Voellig sinnfrei das ganze!!! Er suchte offensichtlich nur nach einem Grund eine Pause einzulegen denn er drehte sich um und widmete sich wider seinen Donuts und dem Fernseher der neben ihm lief. So war man erstmal wieder den Sportsfreunden ausgeliefert die nun eine neue Chance gekommen sahen einen nach Geld, Zigaretten, was auch immer anzugraben. Es machte den Eindruck als ob die Grenzbeamten eine Abmachung mit den Sportsfreunden ahtten, ihnen soviel Zeit wie moeglich zu Verfuegung zu stellen um bei passierenden und ueberforderten Touristen auf irgendeine Weise ihr Geld zu machen.

Nachdem man dann endlich fertig war mit dem Grenzprozedere ging es wider aufs Dreirad zur naechsten Etappe richtung Busbahnhof auf Nicaraguanischer Seite. Etwa 2 Km ueber eine Bruecke ueber den Grenzfluss und auf einen Platz in einer kleinen Ortschaft wlcher Marktplatz, Fussbalfeld, Schweinestall und Busbahnhof in einem war.

IMG000091.JPG

Daniel und ich (bzw. unsere Sportsfreunde) kamen in etwa gleichzeitig an, ziemlich dicht gefolgt von England. Daenemark und Frankreich waren weit hinten abgeschlagen.
Da wir nur 100er Cordobascheine hatten blieb uns nichts anderes uebrig als unseren Sprintern das Geschaeft ihres Lebens zu bescheren denn rausgeben konnten sie selbstverstaendlich nicht.
Nach 1 1/2 Stunden anstrengendem Huerdenlauf war die Gang dann wieder versammelt und wir konnten uns in den naechsten Bus richtung Leon setzen.

Ich habe dem Grenzuebertritt nach Nicaragua einen eigenen Bericht gewidmet weil er ein recht kultiges Ereigniss war welches unsere Gang auf dauer zusammenschweissen sollte und den "Sportsfreundlichen Geist" innerhalb der Gang stak praegte.

Posted by The Two 09:50 Archived in Honduras Comments (1)

Tegucigalpa

sunny

Am naechsten Morgen nahmen wir das erste Boot zurueck nach La Ceiba und von dort aus einen Bus nach Tegucigalpa. Die Busfahrt dauerte 7 Stunden, kam mir jedoch weitaus kuerzer vor da ich etwa 4 Stunden am Stueck von einem suessen Maedchen von den Bay Islands zugetextet wurde, welche mich schonmal darauf vorbereitete in einer der gefaehrlichsten und haesslichsten Staedte der Welt aufzuschlagen. Ueberhaupt scheint Honduras ein riesengrosses L.A. South-Central zu sein. Die Reisewarnung auf der Seite des Auswartigen Amtes liesst sich denn auch wie folgt:

"Aufgrund der steigenden Kriminalität, wachsender Gewaltbereitschaft und einer geringen Hemmschwelle beim Waffengebrauch hat die Gefährdung in den letzten Jahren stark zugenommen. Besonders besorgniserregend sind dabei kriminelle gewalttätige Jugendbanden, die nach Weltbankberichten in Honduras mittlerweile über 40.000 Anhänger verfügen. Bewaffnete Raubüberfälle gehören inzwischen im ganzen Land zum täglichen Erscheinungsbild. Honduras hat zudem eine der höchsten Mordraten in ganz Lateinamerika. Große Vorsicht ist daher geboten. Übergriffe auf Reisende werden insbesondere von der Nordkueste, den Staetden, aber auch den Naturparks und Wandergebieten gemeldet. Besondere Vorsicht wird an der Karibikküste empfohlen (insbesondere in und um Tela)."

Nun, es sah ganz danach aus als ob wir uns die richtige Reisegegend ausgesucht hatten ;) Man muss dazu aber auch anmerken dass die beim Auswaertigen Amt ganz ausgemachte Sissis zu sein scheinen denn auch die Sicherheitsempfehlungen fuer die vorhergehenden Laender die wir besuchten fielen nicht weniger abschreckend aus, doch hatten wir uns bis zu diesem Zeitpunkt noch nie wirklich bedroht gefuehlt.

In der Essenspause der Busfahrt lernten wir noch einen Englaender kennen der seit La Ceiba im selben Bus sass und aufgrund seiner 2 Meter Groesse und dem sehr kleinen Beinraum im Bus durchgehend am fluchen war. Ausserdem trafen wir noch einen Daene der uns erheiternde Storys darueber erzaehlte auf welche verschiedensten Weisen er schon bestohlen wurde. Wir gaben natuerlich unsre Bullenstory zum besten und wir alle waren froh dass wir nicht die einzigen daemlichen und naiven Travel-Opfer waren.

Tegucigalpa war ein zwischen halbhohe Berge gebautes Moloch welches in der Tat haesslicher war als alles zuvor gesehene. Man stelle sich L.A. South-Central vor, vergroessere es um das zehnfache, lege es in ein beliebiges Mittelgebirge, subtrahiere alles was gruen ist und man hat eine kleine Vorstellung davon wie es dort aussah...Drumherum kann man noch ein paar Slums von Rio legen :(

Wir taten uns mit dem witzigen, rotgebrannten Englaender und dem ulkigen daenischen Kurt Cobain zusammen und fuhren in die Innenstadt in ein beliebiges Hostel aus dem Lonely Planet.

Das Hostel in welchem wir aufschlugen wurde von einem Amerikaner gefuehrt welcher einige hochinteressante Storys ueber sein Leben, insbesondere in Central-America, auf Lager hatte, es gab eine grosse Auswahl an Buechern und die Waende waren gespickt mit witzig-weisen Spruechen wie:

"GOD IS DEAD" - NIETZSCHE

"NIETZSCHE IS DEAD" - GOD

Ueber Tegucigalpa-City gibt es wenig zu sagen ausser dass die Haeuser doppelt und dreifach vergittert waren und sich verhaeltnissmaessig viele Asiaten dort niedergelassen hatten. So suchten wir uns ein chinesisches Restaurant welches zwar nicht dreifach vergittert war, dafuer aber zwei duester dreinschauende Sicherheitsleute mit vorgehaltener Pumpgun angestellt hatte...Nettes Ambiente :)
Wir assen ausgezeichnetes chinesisches Essen, tranken ein paar Biersche und redeten viel ueber Musik. Der Daene zeigte mir Lieder von seiner Band die so fuerchterlich schraeg waren dass es schwerfiel ein gutes Wort darueber zu verlieren, der witzige Englaender war ueberwiegend am lachen und steckte uns jedesmal damit an...Ein sehr sehr cooler Zeitgenosse.

Am naechsten Morgen lernten wir im Hostel ein sympatisches franzoesisches Paerchen in den 30ern kennen und beschlossen den Grenzuebertritt nach Nicaragua zu 6. zu machen und erstmal nach Leon, einer Studentenstadt in Nicaragua, zu fahren. Bevor wir losfuhren tauschte ich noch mein Buch "Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten" (Vielen Dank Papa, dieses Buch war die perfekte Travellektuere und hat mir die ein oder andere Inspiration fuer diesen Blog gegeben) gegen "Homo Faber" von Max Frisch und "Der Idiot" von Dostojewski ein...Fuer einen kleinen Aufpreis von 5 Euro, guter Deal.
Wir nahmen einen Bus in einen kleinen Ort wo wir in einen weiteren Bus an die Grenze umstiegen und schon auf dieser Busfart merkte ich dass ich mir mit der englischen Fassung von "The Idiot" dann doch ein bischen viel vorgenommen hatte und bereute den "guten Deal" auch schon wieder ;)

Es sah ganz danach aus als wuerden wir mit dieser Reisegruppe eine sehr amuesante Zeit haben denn der Franzose brachte einen Brueller nach dem anderen welche den Englaender zu noch ausgiebigeren Lacherguessen veranlassten als am Vorabend, in welche wir schliesslich immer wieder alle miteinstimmten...5 lachende Europaeer auf dem Weg nach Nicaragua :)
Dies war auch der Anfang einer sehr lustigen Zeit mit den europaeischen "Compañeros" welcher letztendlich auch zur Gruendung unsrer eigenen "Gang" fuehrte. Doch dazu spaeter.

Posted by The Two 18:17 Archived in Honduras Comments (0)

Copan und Utila

sunny

Nun hatten wir nur knapp 4 Wochen in Guatemala verbracht, dem Land welches wir zusammen mit Peru eigentlich am ausfuehrlichsten bereisen wollten. Dass wir Highlights wie die Ruinen von Tikal, Rio Dulce, Livingston, Chichi ,- und Quetzaltenango (u.a.) auslassen wuerden kam einer Todsuende gleich aber mein Kontostand liess es einfach nicht zu weiter wahllos im Land herumzureisen und ich hatte das grosse Beduerfniss endlich mal irgendwo anzukommen, zu bleiben und etwas zu schaffen zu haben. Guatemala war vor allem was die Menschen angeht wohl einen Tick schoener als Mexico und ist auf jeden Fall einen zweiten, ausfuehrlicheren Besuch wert...

Von Chiquimula aus nahmen wir einen sehr kleinen, unbequemen und vor allem ueberfuellten Bus an die Grenze in welchem wir uns von einem Local im Alkoholdelirium ueberschwaengliche Freundschaftsbekundungen anhoerten und weniger ueberschwaenglich erwiderten. Wir waren froh als wir endlich an der Grenze waren und sehr ueberrascht wie ordentlich der Grenzuebergang ablief. Es gab nur ein kleines Grenzhaeuschen mit 4 Winzraeumen. Einen um in Honduras einzureisen, einen um dort auszureisen, einen um in Guatemala einzureisen und einen um dort auszureisen...Von Guetamala aus gesehen in genau dieser Reihenfolge... haha, genial :)
Es kam einem auch nicht wirklich vor wie die Grenze zwischen zwei Laendern, eher wie eine Wohngemeinschaft. Die Grenzbeamten sassen in ihren Zimmern, schauten Fernsehen oder assen Fruehstueck und wenn ein Reisender vortrat wandten sie sich ihm so zu wie z.B. meine Mitbewohner wenn ich sie frag ob sie wissen wo das Telefon ist. Im letzten Raum Pass stempeln lassen, zurueck zum ersten Raum um den Einreisestempel abzuholen und zack, wir waren in Honduras, das ganze dauerte grad mal 10 Minuten.

Auf der Honduranischen Seite dann in einen kleinen sogenannten Mikrobus, der fuer 13 Insassen konzipiert war und 25 mitnahm, und weiter gings. Die Fahrt war echt sagenhaft...Man schwieg geduldig und tauschte sich untereinander Blicke aus die sagten: Sorry, dass ich mein Knie in deinem Ruecken hab aber ich kann nicht anders, dafuer hab ich den Arsch deines Vaters im Gesicht :) Jedesmal wenn der Bus anhielt um weitere Insassen aufzusammeln dachte man sich: Ja wie jetzt?

Copan war eine wunderschoene kleine Stadt mit einem frisch restauriertem Kirchplatz und engen Gaesschen die von Restaurants und Souvenierlaeden gesaeumt waren. Es war offensichtlich dass Coban sehr touristisch ist, ueberall Nordamerikaner und Europaeer, doch hatte man hier erfreulicherweise Wert darauf gelegt das Stadtbild nicht durch pseudomoderne Hotels zu zerstoeren und die Haeuser und Strassen im alten Stil belassen. Dadurch fuehlte man sich nicht so wie in einer Tourismuskolonie, was in vorherigen Staedten oft der Fall war.
Am naechsten Morgen machten wir einen Ausritt zu den Ruinen von Copan. Unser sehr freundlicher und informativer Guide fuehrte uns durch die Berge, durch den Dschungel und vorbei an Baechen in denen Aaasgeier tote Hunde frassen bis wir bei den Ruinen von Copan ankamen. Der Unterschied hier zu Palenque und Tulum war, dass es sehr viele Stelen, Statuen und Totempfaehle gab, ansonsten glichen sich die Ruinen sehr mit denen von Palenque. Wir waren froh dass wir nicht direkt an die Karibikkueste gefahren waren denn die Stadt und die Ruinen von Copan waren allemal einen Besuch wert. Ausserdem hatten wir in unserm Guesthouse Cable-TV und konnten uns den Schwergewichts-Boxkampf zwischen Valujev und ??? anschauen...Der wohl mit Abstand schlechteste Schwergewichtskampf in der Geschichte des Boxens.

Viel mehr als die Ruinen gab es in Copan nicht zu sehen und der Ruf des Meeres wurde von Tag zu Tag eindringlicher. In einem alten School-Bus aus den Staaten ging es in Richtung San Pedro Sula.
Die Busfahrt ging durch viele kleine Doerfer hindurch und die Landschaft wurde immer flacher bis wir in San Pedro Sula ankamen wo wir umsteigen mussten. Wir hielten uns zwar nicht lange dort auf doch wir waren uns sicher dass dies bis dahin die haesslichste Stadt auf unserem Trip war. Die Luft war dort wie wenn man seinen Kopf an einen Auspuff haelt, bevor wir ausstiegen freuten wir uns noch auf eine Zigarette, als wir draussen waren sah das anders aus.
Von San Pedro aus ging es in einem sehr leeren Bus weiter nach La Ceiba, einer Kuestenstadt von wo aus wir am naechsten Morgen das Boot nach Utila, die kleinste Insel der Bay Islands, nehmen wollten.
Obwohl es schon dunkel war und man nicht viel sehen konnte war die Fahrt wunderschoen. Ich steckte meinen Kopf aus dem Fenster und bekam die besten Gerueche in die Nase die man sich vorstellen kann, es ging vorbei an allerlei Fruchtplantagen und Gewaechsen die ich vorher noch nicht gesehen (gerochen) habe, dieser Duft gemischt mit der Luft die vom Meer kam gab mir das Gefuehl als ob Gott mir hoechstpersoenlich den Nacken kraulte...Sagenhaft, endlich wieder Karibik.
Es war uns garnicht so richtig aufgefallen dass wie die letzten 7-8 Wochen (oder so) in den Bergen verbracht hatten und es tat spuerbar gut wieder "weiter unten" zu sein, irgendwie veraendert das einiges im Kopf. Wenn man lange Zeit in den Bergen verbringt dann kommt man wie es scheint auch gedanklich in ein Hochland und schlaegt sich mit Gedanken herum die nicht allzu bodenstaendig sind.

Wir kamen mit 2stuendiger Verspaetung in La Ceiba an und mittlerweile war es 23 Uhr. Und wo waren wir hier eigentlich? L.A. Compton? Southside-Chicago?
Die Stadt sah aus wie ein Ami-Ghetto, die Haeuser, die Autos, die Fast Food Restaurants und die vielen 50 Cents die hier rumliefen errinnerten mich schwer an diese eine Nacht in Chicago vor Jahren in der ich mich in ein Viertel verirrte indem ich als Bleichgesicht so rein garnichts zu suchen hatte. Wir nahmen uns ein Taxi zu einem Hotel aus dem Lonely Planet und wurden von einer ueberfreundlichen Beyonce empfangen die uns nahelegte um diese Uhrzeit lieber auf unser Abendessen zu verzichten und im Hotel zu bleiben. Scheisse, wir hatten seit 8 Stunden nichts gegessen und im "Hotelrestaurant" gab es nur Rum, Whyskie, Gin...Und Erdnuesse. Auf leeren Magen? Nee lass mal.
Am naechsten Morgen dann einen kleinen Plausch mit der Bedienung im Restaurant wo es diesmal Caribean Breakfast gab und dann schnell zum Hafen aufs erste Boot nach Utila.
Die Bootsfahrt dauerte etwa eine Stunde und als wir von weitem die Insel erblickten starrten wir die naechsten 30 Minuten schweigsam auf sie und liessen die Palmen und die Straende langsam groesser werden bis wir Fuss auf Land setzen konnten.
Wir wurden gleich von einigen Checkern angecheckt die uns nahelegten dass ihre Tauchschule oder ihr Hostel (Meistens beides in einem) die besten auf der Insel seien. Einer bildhuebschen Checkerin aus Holland vertrauten wir am meisten und so landeten wir in der "Underwater Vision" Tauchschule wo wir fuer 2 Euro die Nacht in ein direkt uebers Meer gebautes Zimmer eincheckten.

Unser Hostel
Utila Haus.jpg

Blick von unsrer Terasse aus
Utila yacht.jpg

Utila war traumhaft und nach dem Hochland und der mexikanischen Karibikkueste eine komplett andere Welt.
Die ca. 6000 Einheimischen dort sind ueberwiegend afrikanischer Abstammung, dazu kommen viele Weisshaeute die von Irischen und Schottischen Piraten abstammen und einige Latinos. Es war eine wirklich witzige Mischung, man traf auf Rothaarige Stereotype-Schotten die schwer an den Schotte aus "The Simpsons" errinnerten (Oder ist er Ire?), Nelson Mandelas mit hellen Haaren und dazu wie in La Ceiba viele 50 Cents. Die meistgesprochene Sprache war Englisch, jedoch mit einem extremen Akzent irgendwo zwischen Glasgow, Kingston und der Bronx :)
Die Haeuser errinnerten schwer an die U.S Suedstaaten...South Carolina, 18. Jahrhundert oder so, Autos gab es so gut wie gar keine, wurden aber durch fettleibige U.S-Mummys auf Golfbuggys ersetzt und ausser Tauchschulen, Restaurants und ein,-zwei Laedchen gab es auch keine Wirtschaft... bei der Hitze arbeitet wohl eh kein Schwein.
Die Hitze machte einen wirklich fertig und gab mir wieder mein altes geliebtes Gefuehl dass sich mein Hirn langsam aufweicht, man wachte morgens um 7:00 Uhr schweissgebadet in seinem Bett auf, suchte sich ein schattiges Plaetzchen, sprang hier und da mal ins Meer und versuchte sich ansonsten so wenig wie moeglich zu bewegen. Erwaehnenswert ist auch unsere Toillete welche kein Fenster hatte und somit heisser als jede Sauna war, man tropfte schon bevor man unter die Dusche ging und war kurz nachdem man aus der Dusche trat schon wieder verschwitzt. So war die Dusche abends keine wirkliche Erfrischung und brachte auch nichts um sich vor den reichlich vorhandenen Moskitos zu schuetzen denn die moegen bekanntlich Schweiss. Dazu kam, dass es keinen herkoemlichen Lichtschalter gab sondern nur zwei Draehte die man aneinander druecken musste um Licht zu haben, in der Dunkelheit schloss das natuerlich das Risiko mit ein dass man einen radikalen Stromschlag abbekam was mir dann auch einmal widerfuhr. Jedesmal wenn ich auf Toillette ging sprang mir dieser Spruch in die Augen der an die Wand gekritzelt war und mich taeglich aufs neue schmunzeln liess:

Here i sit,
Broken hearted,
Came to shit,
But only farted

Fand ich gut :)

Die Einwohner verbrachten ihre Zeit je nach Geschlecht strickend, schwaetzend und lenzend auf ihrer Vorderterrasse oder spielten "Strassendomino", Schach oder Poker.

Und dann, ein weiterer Arztbesuch, diesmal: Mein Ohr. Ich hoerte nichts und hatte den Verdacht dass sich eine Spinne oder aehnliches in mein Ohr eingeschlichen hat und dort vermehrt hat, so fuehlte es sich in etwa an. So ging ich in die oertliche Clinic zu Dr. John der mit Langen Haaren, Hippiebart, Hawai-Hemd und Bermudashorts ins Behandlungszimmer kam, ein lockeres Schwaetzchen startete und nichts weiter machte als mir die Ohren auszuspuelen. So einfach wars...Von wegen Spinne, ich hatte einfach nur ne dicke Ladung Schmalz im Ohr und dahinter hatte sich Wasser festgesetzt, daher das Gefuehl dass da irgendwas umherkrabbelt;)
Ein paar Tage spaeter war Daniel dran, leider war es bei ihm etwas schlimmeres, er hatte eine Entzuendung im Ohr und durfte erstmal nicht mehr ins Wasser (Was auf Utila einer Verfluchung gleichkommt)doch der alte John verschrieb ihm mit den Worten: "Damit solltest du trotzdem deinen Spass haben" ein paar schwer Opiumhaltige Schmerztabletten. Ausserdem legte er ihm nahe viel zu kiffen und Sex on the Beach zu haben, das waere alles was man auf Utila machen koenne...Der alte Gauner, und sowas nennt sich Arzt :) Der Typ war echt ein Highlight, er verkaufte sogar von ihm selbst entwickelte Ohrtropfen mit seinem eigenen Konterfei und der Aufschrift "Dr. Johns legendary eardrops" auf den Flaeschchen...Angeblich waren sie aber wirklich sehr hilfreich.

Nun, zu tun gab es nicht viel, Daniel ging auf Tauchgaenge und ich...hmmm ich weiss es garnicht mehr...machte eiegntlich garnix, hier und da ein bischen Spanisch lernen, Songideen aufschreiben, Bierchen hier, Bierchen da und natuerlich schnorcheln. Es war das erste mal in meinem Leben dass ich die Unterwassewelt auskundschaftete und was mich da erwartetete war unbeschreiblich schoen, eine willkommene Abwechslung zur zum Teil sehr konfusen Oberwasserwelt der Menschen. Man sah Fische in den verschiedensten Groessen und Farben, das alles machte einen solch friedlichen Eindruck auf mich dass ich gut und gerne ein paar Monate im Wasser haette bleiben koennen.

Die Woche die wir auf der Insel verbrachten (Ich glaub es war eine Woche) war lenzen pur, das einzige was es auf Utila zu tun und zu reden gab war: Tauchen. Da war ich aussen vor, denn obwohl die Bay Islands der billigste Ort auf der Welt sind um zu tauchen, war ich einfach zu Pleite... Doch schon fuers Schnorcheln hat sichs dicke gelohnt dorthin zu fahren.
Ein paar mal gingen wir in einer der Bars feiern (Beerbong saufende Australier und local Messerstecher) ansonsten chillten wir mit den Tauchlehrern (Kanadier, Amis und Australier) und zwei Oesterreichischen Maedels die jedoch auf die Dauer sehr anstrengend, weil aengstlich und notorisch empoert, waren.

Apropo aengstlich: An der ein oder anderen Stelle haette uns ein bischen mehr Aengstlichkeit sicherlich nicht geschadet, dazu an dieser Stelle eine kleine Anekdote...Enjoy it :

Es ist 22 Uhr und ca. 33 Grad Aussentemperatur, wir sehnen uns nach einem kuehlen Bier und laufen die Hauptstrasse entlang (Im Prinzip gibts nur eine Strasse) die um diese Uhrzeit sehr belebt ist.

Ein Eindruck von der Strasse, leider ein sehr schlechtes Foto

Tatort.JPG

Da finden Dominoturniere statt die durchaus die ein oder andere Schlaegerei verursachen koennen, Maedchen bieten ihre Koerper und Krankheiten fuer billig Geld an, Checker checken um die Wette wem sie ihre Drogen verkaufen koennen und zwei zerstochene und schwitzende Gringos sind auf der Suche nach Bier und Gesellschaft. Ein Mitzwanziger spricht uns an, ganz freundlich, ganz vertrauenswuerdig:

- "Hey, Lust aufn Bier und bischen Fussball schaun auf der Terasse?"
- "Klar, klingt gut!"

So laufen wir mit ihm zu seinem Haus, unterhalten uns dort ueber unser Herkunftsland, Sport, naja Standartthemen halt, er erzaehlt viel von seiner davongelaufenen Frau, seinem davongelaufenen Sohn, seinen gestrandeten 10 Kilo Kokain, seinem Angebot an uns viel Geld damit in Deutschland zu machen und so langsam Fragen wir uns ob auch sein Gehirn davongelaufen sei.
Nun, der Typ hat sie nicht alle, will uns aber nichts, denken wir uns, das Bier schmeckt und kuehlt ab und Fernsehn is auch ganz nett. Ab und zu geht er in sein Hinterzimmer und raucht etwas was nicht nach Gras riecht...Not our Bussinnes... das Bier schmeckt (Wir hattens auch bezahlt). Zwischendrin gibt er Befehle an seinen kleinen Crackbruder und schickt ihn irgendwohin, beschimpft ihn aufs derbste dass er sich beeilen solle nur um uns kurz danach weiss zu machen wie eng ihre Freundschaft sei. Da ist noch dieses Maedchen welches die ganze Zeit halb zitternd auf irgendetwas wartet und sich liebend gerne ####, bitch, #### usw. nennen laesst.
Er ruft mich zu sich, ich solle in sein Hinterzimmer kommen...Was denn? Gibts mehr Bier? Neenee...Crackpfeife!!! Er haelt seinen dreckigen Mund vor meinen Kopf und blaest mir den dreckigen Rauch aus seiner dreckigen Pipe direkt in meine saubere Fresse...Wooooow, nee das gefaellt mir nicht: "Lass mal langsam gehn". "Ja, warten wir noch ein bischen, machen wirs hoeflich"... alles klar.
Jetzt klopft es an der Tuer....und traraaa, da steht ein Polizist der genauso auf Crack zu sein scheint wie unser vertrauenswuerdiger Freund Jason.

Ich ganz ruhig und freundlich: "Buenas Noches, que hay?"

Er zu Jason: Schnelles spanisch, unverstehbar, aber leicht aggressiv.

Jason zu uns: "Er sagt dass er gehoert hat, dass hier Touristen Drogen konsumieren"

Ich zu mir selbst: "Darauf hab ich gewartet du phucking Knilch".

Und zu Jason: "Na und, was hat das mit uns zu tun?"

Jason zu mir: "Hey, wir sind hier zusammen drin, du hast auch Crack geraucht, wir gehn wenn dann zusammen in den Knast".

Ich zu mir selber: "Woooooooow, Knast in Honduras?"

Der Bulle faengt an uns zu durchsuchen und zieht mir irgendeinen Fetzen aus der Tasche der mir wohl zuvor von Jason zugesteckt worden war, die Tatsache dass er auf meine Fragen nicht antwortet und nur mit Jason redet, welcher wiederrum, sozusagen als Dolmetscher, mit uns redet und sagt was wir zu tun haetten, macht mir klar dass es hier nicht um Drogen oder Knast geht sondern lediglich um zwei einfaeltige Junkies und zwei planlose Europaeer mit Geld.

Er findet noch die von Jason gut platzierte Crackpipe und ein kleines Tuetchen mit Resten die ihm Beweise genug sind uns fest zu nehmen. Zur falschen Zeit mim falschen Mann im falschen Haus denk ich mir.
Nun ja, Jason erklaert uns wir koennen natuerlich auch 200 Dollar zahlen und alles waere gut...200 Dollar??? Nee nee, hoechstens 200 Pfund in dein Gesicht zu Pfeife.
Der Bulle droht uns (ueber Jason) damit, dass er zur "Immigration" gehen wuerde und wir niemehr Honduras verlassen koennten...Ich denke mir: "Whooooow, Immigration!?! Du scheiss Versager, ich ruf bei der Botschaft an und du bist deinen Job los", sprech es aber nicht aus. Haette ich blos die Botschaft erwaehnt, das zieht immer, aber sein Knueppel und die Gun halten mich davon ab, ich will nichts riskieren.

- "Nun, wir haben nur 25 Dollar dabei, die koennen wir zahlen"...

Super Angebot oder? Der Bulle willigt ein, mit der Bedingung dass wir den Rest am naechsten Tag zahlen...

- "Na sicher, klar klar, morgen gibts den Rest".

Er schreibt sich noch unsre Namen auf und droht ein zweites Mal die "Immigration" zu kontaktieren falls wir morgen nicht den Rest zahlen...

"Ja, wissen wir, morgen gibts den Rest".

Puuhhh, wir sind draussen und der kommt morgen sicher nicht wieder, klassischer Touriabripp, mehr nicht.

Doch am naechsten Tag steht tatsaechlich der Bulle, zusammen mit Jason und seinem Crackbruder, vor der Tuer und meint er koennte uns noch mehr abschroepfen.

- "Wir muessen erst zur Bank, ham nix Bar, kommt spaeter nochmal".

Der "Crackbruder" schreit aggressiv auf Daniel ein, dass er nicht fuer ihn in den Knast gehe und gefaelligst Geld sehen will, ansonsten.....Guter Schauspieler.

Nun, das reichte, anstatt zur Bank gehn wir straight zum Buergermeister, erklaeren ihm die Lage, dass wir nichts verbrochen haben und fragen ihn was am besten zu tun sei?

- "Should we leave the island? Are they gonna be a danger for us?"

- "Noooo, donna lieave, dem Criackhiaeads shiall not diestruoy da tiourism, we gwaaant u hiere, donna ciare bout diem aaaand pliease avoid tialkin to dem, aaaaaaaiiiight?"

- "Aaaaaaiiiight, thanx mayor" :)

Er macht einen kurzen aber sehr bstimmten Anruf bei der Polizeistation und gegessen is die Sache.

Jedesmal danach wenn der Bulle uns danach ueber den Weg lief schaute er ganz verschaemt nach unten, der Crackjason gab noch ein paar dumme Sprueche zum besten, war aber offensichtlich noch frei. 25 Dollar fuer eine gehoerige Portion Adrenalin...So ne Scheisse ;)
Von anderen Gaesten im Hostel wurden uns aehnliche Storys erzaehlt und so gut wie jeder hatte seine Probleme mit "Criackhead" (Sein Spitzname auf der Insel) gehabt so fuehlten wir uns nicht ganz so verarscht.

Das witzige war, am naechsten Tag schlug ich die lokale Zeitung auf und wen sehe ich? "Criackhead" mit seiner Bande bei den Feiern zum Independence-Day. Daniel liess es sich nicht nehmen und fotografierte das Bild ab so dass ihr nun sehen koennt wie "Criackhead" und seine Bande aussieht. Voila :)

Das Freundchen hinten links und der Knilch davor waren die beiden Crackbrueder
Dreckspack.jpg

Da Daniel nicht ins Wasser durfte und es auf der Insel wirklich nichts zu tun gab was nicht mit "Ins Wasser gehn" zu tun hatte, entschieden wir uns langsam unsre Sachen zu packen. Nach dieser so gut wie beschaeftigungslosen Woche auf Utila (Mein Wunsch etwas zu schaffen zu haben wurde hier wohl auch nicht so ganz befriedigt) in der wir uns mit Sonne volltankten und fast so braun wurden wie die Einheimischen, hatten wir vor, so schnell und weit wie moeglich nach Sueden zu kommen. Wir suchten uns Granada in Nicaragua als naechstes Ziel aus, eine alte Kolonialstadt am Lago de Nicaragua. Leider gab es keine Moeglichkeit diese Strecke innerhalb von einem Tag zu bewaeltigen und so entschieden wir uns in Tegucigalpa, der Hauptstadt von Honduras, zu uebrnachten und am naechsten Morgen weiter nach Nicaragua zu fahren...Wie sich spaeter herausstellen sollte eine sehr gute Entscheidung.

P.S: Man verzeihe mir bitte meinen teilweise etwas sarkastischen Schreibstil, doch das ist hier manchmal die einzige Moeglichkeit mit bestimmten Begebenheiten fertig zu werden.
Der Blog wird bis Weihnachten auf den neusten Stand gebracht, sozusagen als Weihnachtsgeschenk, das heisst ich klemm mich fuer Tage hinter den PC und schweife in Travelerinnerungen. Wuerde mich echt sehr freuen wenns mal wieder ein paar Comments von euch gaebe. Da kommt ja garnix mehr :(

Posted by The Two 14:45 Archived in Honduras Comments (3)

Antigua

Die Fahrt nach Antigua dauerte grad mal 4 Stunden und als wir nach Antigua reinfuhren hatten wir ein kleines Dejavue, die Stadt sah aus wie San Cristobal, nur etwas kleiner. Die Kirchen, die Haciendas mit den Innengaerten, der Parque Central, das alles errinnerte uns sehr an San Cris, mit dem Unterschied dass die Stadt weitaus kleiner war, die Gassen nicht ganz so eng und die Buergersteige nicht ganz so hoch.

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In San Pedro hatten wir einen Guetemalteke kennengelernt der in Antigua ein Guesthouse besitzt, wir riefen ihn an und 10 Minuten spaeter schlugen wir im "El viejo danes" auf, seinem kleinen aber sehr gemuetlichen Guesthouse mit Dachterrasse und Blick auf den Volcano Antigua.

Antigua Terrasse.JPG

Antigua Volcano.JPG

Wir waren nach Antigua gekommen um uns nach Arbeitsmoeglichkeiten umzuschauen, einige Organisationen hatten dort ihren Hauptsitz und wir waren uns sicher dass jeder von uns dort etwas passendes finden wuerde doch leider gestaltete sich das ganze als etwas schwieriger als erwartet.
Viele Projekte verlangten Geld (unverschaemt viel Geld) und bei anderen wurde uns von Volunteers abgeraten dort anzufangen weil ihre Leiter mehr an Profit und kleinen Maedchen interessiert seien als an sinnvoler Arbeit. Ich schrieb noch etliche Projekte an doch entweder war mein Spanisch noch nicht gut genug, sie hatten momentan keinen Bedarf an Volunteers oder sie suchten nach Personen mit "medical skills", auf jeden Fall wurde mir klar dass ich dort nicht das finden wuerde nachdem ich suchte, das sah oft mehr nach Elendstourismus aus wo man ein bischen Armut gezeigt bekommt, seine Betroffenheit zeigen kann und hier und da auch mal was anpacken kann um sich gut zu fuehlen. Ich will nicht alle Projekte in Guatemala schlechtreden, es gibt dort sicher auch gute Entwicklungsarbeit aber ich hatte nicht so einen guten Eindruck von dem was ich sah.

Die darauffolgenden anderthalb Wochen nutzten wir um Geld zu sparen, wir kochten uns unser Essen selber, gingen ein paarmal feiern, schauten fern und hingen sonst mit der Clique von Edgar dem Guesthousebesitzer rum, allesamt lustige Zeitgenossen in unserem Alter von denen erstaunlicherweise die meisten schon einmal in Europa waren. Daniel machte noch eine Tour zum Volcano Pacaya wo er fliessende Lava aus 2 Meter Entfernung bestaunen konnte.

Ansonsten gab es nicht viel zu tun, wir machten das was jeder Einwohner von Antigua so macht wenn er nicht arbeitet und tauchten ein wenig im Stadtleben unter, wir hatten genug von den Touriangeboten und verbrachten unsere Zeit hauptsaechlich rumlenzend und mit langen Nerdballsessions. Daniel legte ziemlich gut vor und hatte zwischenzeitlich 15 Siege mehr auf dem Konto...Zwischenstand Antigua 26 zu 14 Siege.

Antigua war zwar eine wunderschoene Stadt, ausserlich wohl etwas schoener als San Cris, aber irgendwie war uns das alles schon aus San Cris bekannt, mit dem Unterschied dass die Szene dort weitaus interessanter und vor allem groesser war. Hier gab es keine Zapatistas, keine vergleichbar guten Musikbars und kein Na Bolom, so wollten wir ziemlich schnell wieder weiterziehen.
Daniel entschied sich dazu einen Abstecher nach Monterico an der Pazifikkueste zu machen und dort den schwarzen Strand zu bestauenen waehrend ich noch ein paar Tage sparen wollte und dann weiter in Richtung Honduras oder El Salvador ziehen wollte um dort nach Arbeit ausschau zu halten.
Monterico war jedoch dermassen haesslich dass Daniel schon nach 3 Tagen wieder in Edgars Guesthouese ankam wo er mich noch antraf und so waren wir wieder zu zweit.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich unser anfaenglicher Plan als gescheitert herausgestellt und musste radikal abgeaendert werden.
Ich wurde von einer Freundin aus Peru an ein Projekt vermittelt bei dem ich sicher sein konnte dass es etwas fuer mich ist und entschied mich dazu, mir noch ein paar Highlights in Central Amerika anzuschaun, mich dann jedoch ziemlich zuegig in Richtung Lima zu bewegen. Daniels naechstes Ziel war es einen guten Tauchspot an der Karibikkueste zu finden von denen es viele gibt, es standen Belize, Guatemala und Honduras zur Auswahl.

Da wir etwa die gleiche Richtung hatten, entschieden wir uns dazu, erstmal noch zusammen weiterzutraveln und suchten uns die Bay Islands in Honduras als naechstes Ziel aus. Daniel weil er dort die billigsten und trotzdem mit die besten Tauchspots hatte und ich weil ich dort viel Zeit und Ruhe hatte um Songs zu schreiben und Spanisch zu lernen. Wir machten einen Zwischenstop in Chiquimula, einer Handels,-und Industriestadt in der Naehe der Grenze zu Honduras aus der es nicht viel zu erzaehlen gibt ausser, dass es dort so schwuel und heiss war wie nie zuvor, was auch auf die Chicas zutraf...Von dort aus wollten wir dann ueber die Honduranische Grenze ins nahgelegne Coban fahren um uns ein letzes Mal Mayaruinen anzuschauen.

Posted by The Two 13:26 Archived in Guatemala Comments (0)

Lago de Atitlan

Der naechste Stop den wir uns ausgesucht hatten war der Lago de Atitlan in Guatemala, eigentlich hatten wir vorgehabt noerdlich nach Guatemala reinzufahren und einen Zwischenstop bei den Ruinen von Tikal zu machen aber wir hatten Zeit verloeren und die Spanischschule war erstmal das wichtigste. Wir hatten uns sagen lassen, dass in San Pedro de la Laguna die billigsten Spanbischschulen seien und die Tatsache dass wir so wieder eine Weile am Wasser sind kam uns nur gelegen.
Wir liessen uns bis zum Grenzuebergang La Mesilla bringen, mussten dort aussteigen, unsere Paesse stempeln lassen, ueber die Grenze laufen und auf der Guatemaltekischen Seite mit einem anderen Bus weiterfahren. Das ganze lief wie geschmiert und dauerte eine knappe Stunde...Wir hatten schlimmeres gehoert und erwartet.
Abends kamen wir in Panajachel an und schauten uns die naechsten darauffolgenden 2 tage ein bischen am See um.
Der See war wirklich wunderschoen, umgeben von 3 Vulkanen, von denen man 2 immer im Blickwinkel hatte, liegt er sehr ruhig in einer Berglandschaft und erschafft irgendwie eine ganz besondere Atmosphaere. Aldous Huxley schrieb ueber diesen See: "Der schoenste Fleck auf Gottes Erden"...Damit wird er wahrschienlich Recht haben.
Die Stadt Panajachel wird von den Locals auch haehmisch "Gringotenango" genannt weil es dort von Touristen nur so wimmelt und auch einige Gringos dort wohnen. Abends gingen wir mit einem australischen Farmer, der sich seine Zeit mit Boxkaempfen gegen Kaengurus vertreibt, Bier trinken und liessen uns im Anschluss von einem ansaessigen und sehr freundlichen Franzosen auf ein paar Drinks und Shrimps einladen. Er erzaehlte uns alles ueber Guatemala was wichtig zu wissen ist und klaerte uns ueber ein paar Verhaltensregeln auf was Vulkantouren und aehnliches angeht. Z.B: "Never go without a guide, either u pay for a guide or u pay for an asshole, assholes are much more expensive and u even may have to pay with ur life".

Hier ein paar Eindruecke von Pana

Panajachel.JPG

Viel zu tragen.jpg

Volcano.JPG

Panajachel war fuer uns nur eine Durchgangsstation auf dem Weg nach San Pedro und wir hatten am 2. Tag schon genug davon. Wir nahmen uns ein kleines Schiff ueber den See nach San Pedro und mieteten uns im Hostel San Francisco ein, welches direkt neben der Schule lag die wir uns ausgesucht hatten. Fuer 2,50 die Uebernachtung bekamen wir ein schoenes Zimmer mit Terasse, Seeblick und Haengematten...Beste Vorraussetungen um Spanisch zu lernen.

Die Dachterasse

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Unser Zimmer im LSD-Design

Zimmer San Pedro.jpg

Die Spanischschule bestand aus einem Haus indem der Empfangsraum, das Buereau und die Toiletten waren, 4 kleinen Pavillons mit Strohdaechern wo der Unterricht stattfand und einem grossen Garten wo die Familie welche die Schule betrieb Obst und Gemuese anpflanzte.

Spanischschule.JPG

Der leiter der Schule war ein Guatemalteke in den 30ern der die definition von freundlich war und so deutlich und langsam Spanisch sprach dass es uns so vorkam als ob sie in Mexico eine andere Sprache gesprochen haetten.
Wir bekamen beide unsere Lehrerinnen zugeteilt und es konnte losgehn. Daniel wurde von der Frau des Schulleiters unterrichtet und ich bekam seine kleine Schwester als "Maestra". Der Unterricht war sehr gut und man lernte schneller als erwartet. Dass meine Lehrerin nicht wirklich englisch konnte kam mir nur gelegen, so musste ich ins kalte Wasser springen und einfach Spanisch sprechen, was oft sehr witzig war da ich die Dinge sehr unkonventionell ausdrueckte, meine "Maestra" konnte sich teilweise vor Lachen nicht auf dem Stuhl halten. Sie war dermassen liebenswuerdig und huebsch dass ich mehr Interesse an ihr hatte als an der Grammatik aber ich glaube das kam dem Lernen eher entgegen. Ab der 3. Stunde war es mehr ein Gespraech als eine Unterrichtsstunde, ich klaerte sie u.a. ueber den Unterschied zwischen Nazideutschland und Sovjetunion auf und sie erzaehlte mir von den 23 verschiedenen Mayasprachen (Von denen jedoch nur noch 12 gesprochen werden), den verschiedenen Staemmen, ihren Ritualen und ihrer Geschichte. Sie fragte mich ueber alles aus, Religion, Politik, Geschichte, Musik...Alles. Einmal kam sie sehr verschlafen und mit einer Beule zum Unterricht und als ich sie fragte was los sei erzaehlte sie mir verlegen von ihrem Ehemann der Alkoholprobleme hat und gestern mal wieder betrunken nach Hause kam. Wie konnte er so ein huebsches Maedchen schlagen der Hundesohn?

Die Zeit in San Pedro war sehr "Tranquilo", ausser lernen, essen und lenzen gab es nicht viel zu tun, es waren zwar einige Traveller in der Stadt und es gab einige Sportsbars und Clubs wo wir uns Championsleauge-Spiele anschauen konnten aber irgendwie war das alles nicht so spannend. Erwaehnenstwert ist noch der "Dia de Independenzia" an welchem den ganzen Tag Marschgruppen, Kirchenvereine, Schuelklassen und Senioreenrepresenter durch die Strassen liefen, trommelten, marschierten und tanzten, einige waren verkleidet oder fuehrten ihre Trachten vor aber sie schienen nicht allzu viel Spass bei der Sache zu haben. Jede halbe Stunde kam so ein Trupp vorbeimarschiert und je spaeter es wurde desto mueder und gelangweilter sahen sie aus.

Independenzia.JPG

Da wir eine Beschaeftigung brauchten, erfanden wir unser Travelgame "Nerdball": Man nehme einen Muelleinmer, eine Tasche oder etwas Beliebiges mit Oeffnung, stelle sich 4 Meter davor auf und werfe einen Hackisack-Ball hinein. Jeweils zehn Wuerfe und wer davon mehr trifft hat den Satz gewonnen. Wer mit 2 Saetzen fuehrt hat das Spiel gewonnen. Der Name ruehrt daher dass man sich nach einer Weile schon sehr wie ein Nerd vorkommt :) Wer nicht weiss was ein Nerd ist, der denke an einen Bierdeckelsammler oder Dartprofi ;)

Nachdem wir in San Pedro unser Spanisch aufgepimpt hatten waren wir bereit weiter zu ziehen. Das Geruecht dass in San Marcos de la Laguna (Auch am Lago Atitlan) eine "ganz besondere Energie" herrscht zog uns fuer eine Nacht dorthin, die Energie war aber nicht sehr viel "besonderser" als in San Pedro auch, ausser dass es dort ein paar Meditationszentren gab. Daniel nahm noch an einer wohl recht enttaeuschenden Meditation teil und wir entschieden uns dazu, den wunderschoenen und wirklich sehr besonderen Lago de Atitlan zu verlassen.
Es wurde dringend Zeit endlich mit dem Arbeiten anzufangen und Antigua ist in Guatemala wohl die Hauptstadt der Volunteer-Worker, so waehlten wir uns diese Stadt als naechstes Ziel aus...Back on the road.

Chickenbus.jpg

Posted by The Two 13:02 Archived in Guatemala Comments (0)

San Cristobal de las Casas Pt .2

Puta Madre, der Blog ist ja ganz schoen verkommen, wird hoechste Zeit dass der Mal wieder ein bischen aufgefrischt wird denn es ist ziemlich viel passiert in den letzten Wochen. Um ehrlich zu sein sind wir weit von unserem Zeit,- und Routenplan abgekommen und die Dinge haben sich etwas anders gestaltet als erwartet...Aber das bedeutet nur positives.

In diesem Augenblick sitze ich in Honduras auf Utila/Bay Islands in einem Zimmer mit Riesenfenster welches direkt uebers Meer gebaut ist...Aber dazu spaeter. Erstmal eine kleine Zusammenfassung von dem Zeitpunkt an an dem ich aufgehoert habe. San Cristobal de las Casas, Na Bolom...Ach ja, geil :)

Das Na Bolom war ein Museum fuer Maya-Kunst, ein Guesthouse, ein Park, eine Pitakueche, eine Party-Location, ein Arbeitsplatz, ein Kuenstlertreff und ein Schnittpunkt zwischen Maya,- und westlicher Kultur. Es war ein Komplex. Gefuehrt wurde das ganze von "Chip", einem 60 Jahrigen Amerikaner der seit ueber 30 Jahren in San Cris lebte, 7 verschiedene Indigena-Sprachen sprach, Dokumentationen fuer den Discovery-Channel vorbereitete, Kontakten zu den umliegenden Mayadorfern herstellte, Kunsthandwerk anfertigte und vieles mehr. Im Haus hielten sich ausser den Gaesten immer mindestens 3 Mayakinder auf die hier Unterricht bekamen und auch kuenstlerisch taetig waren. Eingefuehrt wurden wir von Diamond, der Rastamann der auf einem der Fotos im ersten San Cris-Bericht zu sehen ist, dem selbsternannten und legitimen "Millenium-Pimp" und Rastamissionar in Mexico. Er wurde zu unserem grossen Bruder und Menthor und lehrte uns taeglich an die 5 Lektionen fuers Leben. Die 3 Wochen in denen wir dort wohnten verbrachten wir viel Zeit im Haus weil dort eigentlich alles war was man brauchte. Wir hatten beide ein grosses Einzelzimmer mit Blick in einen wunderschoenen Blumengarten und waren mit Carlos dem Pitabaecker und seiner Freundin Diana, Diamond dem Pimp, Jenny der Powerfrau aus New York, Chip dem "Weisen", den 4 Haushunden und ihren Welpen und allen moeglichen Gaesten die ein und ausgingen in bester Gesellschaft.

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Daniel nahm in den ersten Tagen an einem Reiki,- und Synergetik-Seminar bei dem erwaehnten englischen "Guru" teil, von dem er jeden Tag aufgepumpt mit Energie zurueckkam und ich setzte mich oft mit meiner Gitarre in den Garten und schrieb an meinen Songs weiter. Die Mayamaedchen sassen stets kichernd dabei, schenkten uns Maiskolben und machten uns ueber drei Ecken Heiratsantraege. Wir lernten Diamonds Band kennen und konnten von nun an immer in deren Proberaum wo wir die ein oder andere Jamsession mit Diamonds unglaublich gutem Bassisten hatten und machten Touren zu den nahgelegenen Wasserfaellen "El Chiflon", der Seengruppe "Lagos de Montebello" und durch den "Canon del Sumidero". Ausserdem besuchten wir noch das Mayadorf "Chamula", diesmal ohne Pferd und ohne Zoogefuehl. Vor allem die Kirche dort ist erwaehnenswert. Die Kirche von Chamula, wo es etwas anders ablaeuft, wo Katholizismus und alte Mayarituale vereint sind. Die Kirche war durchaus gross, mit einer Kapazitaet fuer bestimmt 400 Menschen, und war nicht bestuhlt. Der Boden war mit Stroh ausgelegt und dazwischen standen tausende von Kerzen (Brandschutz? Ach was! ;)). Zwischen den Kerzen sassen grosse Familien und beteten, flehten und beschwoerten was das Zeug haelt, viele in offensichtlicher Trance. Alle hatten sie Unmengen an Sotdrinks, starken Likoeren, Puppen und Suessigkeiten dabei, ausserdem lebende Huehner in Plastiktueten...Opfergaben eben :). Und sie waren offensichtlich schwer darum bemueht, mit Hilfe von Coca-Cola, laute Ruelpser von sich zu geben, wie wir spaeter herausfanden um Daemonen aus sich zu jagen. Hier und da wurde dann auch noch ein Huhn gekoepft. An den Waenden standen wie in jeder anderen Kirche Figuren der 12 Apostel, wurden aber deutlich ernster genommen als bei uns was man an sich vor ihnen niederwerfenden Maennern sah...Unvergesslich das ganze.

Nachst gingen wir im Nachtleben von San Cris unter, sahen 10-Mann Skabands auf 8 Quadratmeter-Buehnen die unglaublich gut waren und wirklich in jede noch so kleine Bar reinpassten. Daniel liess sich von unserer Mitbewohnerin Jenny private Lapdances geben und ich liess mir von dem Barmaedchen im Madre Tierra Salsa beibringen...Mit maessigem Erfolg ;)
Insgesmat ein wunderschoene Zeit, wir fanden im Na Bolom richtig gute Freunde und ich haette dort wirklich noch Jahre bleiben koennen aber da es zu dem Zeitpunkt keine Volunteermoeglichkeiten gab und wir mittlerweile fast 5 Wochen in der Stadt waren mussten wir mal ans Weiterfahren denken. Guatemala und Spanischschule warteten, vor allem letzteres war bitter noetig. Wir verabschiedeten uns noch von der Bande aus dem ersten Hostel, liessen einige uberfluessige Kleidungsstuecke dort und verliessen schweren Herzens diese Stadt, es gibt noch so viel darueber zu erzaehlen.

Posted by The Two 16:00 Archived in Mexico Comments (3)

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