A Travellerspoint blog

Guatemala

Antigua

Die Fahrt nach Antigua dauerte grad mal 4 Stunden und als wir nach Antigua reinfuhren hatten wir ein kleines Dejavue, die Stadt sah aus wie San Cristobal, nur etwas kleiner. Die Kirchen, die Haciendas mit den Innengaerten, der Parque Central, das alles errinnerte uns sehr an San Cris, mit dem Unterschied dass die Stadt weitaus kleiner war, die Gassen nicht ganz so eng und die Buergersteige nicht ganz so hoch.

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In San Pedro hatten wir einen Guetemalteke kennengelernt der in Antigua ein Guesthouse besitzt, wir riefen ihn an und 10 Minuten spaeter schlugen wir im "El viejo danes" auf, seinem kleinen aber sehr gemuetlichen Guesthouse mit Dachterrasse und Blick auf den Volcano Antigua.

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Wir waren nach Antigua gekommen um uns nach Arbeitsmoeglichkeiten umzuschauen, einige Organisationen hatten dort ihren Hauptsitz und wir waren uns sicher dass jeder von uns dort etwas passendes finden wuerde doch leider gestaltete sich das ganze als etwas schwieriger als erwartet.
Viele Projekte verlangten Geld (unverschaemt viel Geld) und bei anderen wurde uns von Volunteers abgeraten dort anzufangen weil ihre Leiter mehr an Profit und kleinen Maedchen interessiert seien als an sinnvoler Arbeit. Ich schrieb noch etliche Projekte an doch entweder war mein Spanisch noch nicht gut genug, sie hatten momentan keinen Bedarf an Volunteers oder sie suchten nach Personen mit "medical skills", auf jeden Fall wurde mir klar dass ich dort nicht das finden wuerde nachdem ich suchte, das sah oft mehr nach Elendstourismus aus wo man ein bischen Armut gezeigt bekommt, seine Betroffenheit zeigen kann und hier und da auch mal was anpacken kann um sich gut zu fuehlen. Ich will nicht alle Projekte in Guatemala schlechtreden, es gibt dort sicher auch gute Entwicklungsarbeit aber ich hatte nicht so einen guten Eindruck von dem was ich sah.

Die darauffolgenden anderthalb Wochen nutzten wir um Geld zu sparen, wir kochten uns unser Essen selber, gingen ein paarmal feiern, schauten fern und hingen sonst mit der Clique von Edgar dem Guesthousebesitzer rum, allesamt lustige Zeitgenossen in unserem Alter von denen erstaunlicherweise die meisten schon einmal in Europa waren. Daniel machte noch eine Tour zum Volcano Pacaya wo er fliessende Lava aus 2 Meter Entfernung bestaunen konnte.

Ansonsten gab es nicht viel zu tun, wir machten das was jeder Einwohner von Antigua so macht wenn er nicht arbeitet und tauchten ein wenig im Stadtleben unter, wir hatten genug von den Touriangeboten und verbrachten unsere Zeit hauptsaechlich rumlenzend und mit langen Nerdballsessions. Daniel legte ziemlich gut vor und hatte zwischenzeitlich 15 Siege mehr auf dem Konto...Zwischenstand Antigua 26 zu 14 Siege.

Antigua war zwar eine wunderschoene Stadt, ausserlich wohl etwas schoener als San Cris, aber irgendwie war uns das alles schon aus San Cris bekannt, mit dem Unterschied dass die Szene dort weitaus interessanter und vor allem groesser war. Hier gab es keine Zapatistas, keine vergleichbar guten Musikbars und kein Na Bolom, so wollten wir ziemlich schnell wieder weiterziehen.
Daniel entschied sich dazu einen Abstecher nach Monterico an der Pazifikkueste zu machen und dort den schwarzen Strand zu bestauenen waehrend ich noch ein paar Tage sparen wollte und dann weiter in Richtung Honduras oder El Salvador ziehen wollte um dort nach Arbeit ausschau zu halten.
Monterico war jedoch dermassen haesslich dass Daniel schon nach 3 Tagen wieder in Edgars Guesthouese ankam wo er mich noch antraf und so waren wir wieder zu zweit.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich unser anfaenglicher Plan als gescheitert herausgestellt und musste radikal abgeaendert werden.
Ich wurde von einer Freundin aus Peru an ein Projekt vermittelt bei dem ich sicher sein konnte dass es etwas fuer mich ist und entschied mich dazu, mir noch ein paar Highlights in Central Amerika anzuschaun, mich dann jedoch ziemlich zuegig in Richtung Lima zu bewegen. Daniels naechstes Ziel war es einen guten Tauchspot an der Karibikkueste zu finden von denen es viele gibt, es standen Belize, Guatemala und Honduras zur Auswahl.

Da wir etwa die gleiche Richtung hatten, entschieden wir uns dazu, erstmal noch zusammen weiterzutraveln und suchten uns die Bay Islands in Honduras als naechstes Ziel aus. Daniel weil er dort die billigsten und trotzdem mit die besten Tauchspots hatte und ich weil ich dort viel Zeit und Ruhe hatte um Songs zu schreiben und Spanisch zu lernen. Wir machten einen Zwischenstop in Chiquimula, einer Handels,-und Industriestadt in der Naehe der Grenze zu Honduras aus der es nicht viel zu erzaehlen gibt ausser, dass es dort so schwuel und heiss war wie nie zuvor, was auch auf die Chicas zutraf...Von dort aus wollten wir dann ueber die Honduranische Grenze ins nahgelegne Coban fahren um uns ein letzes Mal Mayaruinen anzuschauen.

Posted by The Two 1:26 PM Archived in Guatemala Comments (0)

Lago de Atitlan

Der naechste Stop den wir uns ausgesucht hatten war der Lago de Atitlan in Guatemala, eigentlich hatten wir vorgehabt noerdlich nach Guatemala reinzufahren und einen Zwischenstop bei den Ruinen von Tikal zu machen aber wir hatten Zeit verloeren und die Spanischschule war erstmal das wichtigste. Wir hatten uns sagen lassen, dass in San Pedro de la Laguna die billigsten Spanbischschulen seien und die Tatsache dass wir so wieder eine Weile am Wasser sind kam uns nur gelegen.
Wir liessen uns bis zum Grenzuebergang La Mesilla bringen, mussten dort aussteigen, unsere Paesse stempeln lassen, ueber die Grenze laufen und auf der Guatemaltekischen Seite mit einem anderen Bus weiterfahren. Das ganze lief wie geschmiert und dauerte eine knappe Stunde...Wir hatten schlimmeres gehoert und erwartet.
Abends kamen wir in Panajachel an und schauten uns die naechsten darauffolgenden 2 tage ein bischen am See um.
Der See war wirklich wunderschoen, umgeben von 3 Vulkanen, von denen man 2 immer im Blickwinkel hatte, liegt er sehr ruhig in einer Berglandschaft und erschafft irgendwie eine ganz besondere Atmosphaere. Aldous Huxley schrieb ueber diesen See: "Der schoenste Fleck auf Gottes Erden"...Damit wird er wahrschienlich Recht haben.
Die Stadt Panajachel wird von den Locals auch haehmisch "Gringotenango" genannt weil es dort von Touristen nur so wimmelt und auch einige Gringos dort wohnen. Abends gingen wir mit einem australischen Farmer, der sich seine Zeit mit Boxkaempfen gegen Kaengurus vertreibt, Bier trinken und liessen uns im Anschluss von einem ansaessigen und sehr freundlichen Franzosen auf ein paar Drinks und Shrimps einladen. Er erzaehlte uns alles ueber Guatemala was wichtig zu wissen ist und klaerte uns ueber ein paar Verhaltensregeln auf was Vulkantouren und aehnliches angeht. Z.B: "Never go without a guide, either u pay for a guide or u pay for an asshole, assholes are much more expensive and u even may have to pay with ur life".

Hier ein paar Eindruecke von Pana

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Panajachel war fuer uns nur eine Durchgangsstation auf dem Weg nach San Pedro und wir hatten am 2. Tag schon genug davon. Wir nahmen uns ein kleines Schiff ueber den See nach San Pedro und mieteten uns im Hostel San Francisco ein, welches direkt neben der Schule lag die wir uns ausgesucht hatten. Fuer 2,50 die Uebernachtung bekamen wir ein schoenes Zimmer mit Terasse, Seeblick und Haengematten...Beste Vorraussetungen um Spanisch zu lernen.

Die Dachterasse

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Unser Zimmer im LSD-Design

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Die Spanischschule bestand aus einem Haus indem der Empfangsraum, das Buereau und die Toiletten waren, 4 kleinen Pavillons mit Strohdaechern wo der Unterricht stattfand und einem grossen Garten wo die Familie welche die Schule betrieb Obst und Gemuese anpflanzte.

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Der leiter der Schule war ein Guatemalteke in den 30ern der die definition von freundlich war und so deutlich und langsam Spanisch sprach dass es uns so vorkam als ob sie in Mexico eine andere Sprache gesprochen haetten.
Wir bekamen beide unsere Lehrerinnen zugeteilt und es konnte losgehn. Daniel wurde von der Frau des Schulleiters unterrichtet und ich bekam seine kleine Schwester als "Maestra". Der Unterricht war sehr gut und man lernte schneller als erwartet. Dass meine Lehrerin nicht wirklich englisch konnte kam mir nur gelegen, so musste ich ins kalte Wasser springen und einfach Spanisch sprechen, was oft sehr witzig war da ich die Dinge sehr unkonventionell ausdrueckte, meine "Maestra" konnte sich teilweise vor Lachen nicht auf dem Stuhl halten. Sie war dermassen liebenswuerdig und huebsch dass ich mehr Interesse an ihr hatte als an der Grammatik aber ich glaube das kam dem Lernen eher entgegen. Ab der 3. Stunde war es mehr ein Gespraech als eine Unterrichtsstunde, ich klaerte sie u.a. ueber den Unterschied zwischen Nazideutschland und Sovjetunion auf und sie erzaehlte mir von den 23 verschiedenen Mayasprachen (Von denen jedoch nur noch 12 gesprochen werden), den verschiedenen Staemmen, ihren Ritualen und ihrer Geschichte. Sie fragte mich ueber alles aus, Religion, Politik, Geschichte, Musik...Alles. Einmal kam sie sehr verschlafen und mit einer Beule zum Unterricht und als ich sie fragte was los sei erzaehlte sie mir verlegen von ihrem Ehemann der Alkoholprobleme hat und gestern mal wieder betrunken nach Hause kam. Wie konnte er so ein huebsches Maedchen schlagen der Hundesohn?

Die Zeit in San Pedro war sehr "Tranquilo", ausser lernen, essen und lenzen gab es nicht viel zu tun, es waren zwar einige Traveller in der Stadt und es gab einige Sportsbars und Clubs wo wir uns Championsleauge-Spiele anschauen konnten aber irgendwie war das alles nicht so spannend. Erwaehnenstwert ist noch der "Dia de Independenzia" an welchem den ganzen Tag Marschgruppen, Kirchenvereine, Schuelklassen und Senioreenrepresenter durch die Strassen liefen, trommelten, marschierten und tanzten, einige waren verkleidet oder fuehrten ihre Trachten vor aber sie schienen nicht allzu viel Spass bei der Sache zu haben. Jede halbe Stunde kam so ein Trupp vorbeimarschiert und je spaeter es wurde desto mueder und gelangweilter sahen sie aus.

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Da wir eine Beschaeftigung brauchten, erfanden wir unser Travelgame "Nerdball": Man nehme einen Muelleinmer, eine Tasche oder etwas Beliebiges mit Oeffnung, stelle sich 4 Meter davor auf und werfe einen Hackisack-Ball hinein. Jeweils zehn Wuerfe und wer davon mehr trifft hat den Satz gewonnen. Wer mit 2 Saetzen fuehrt hat das Spiel gewonnen. Der Name ruehrt daher dass man sich nach einer Weile schon sehr wie ein Nerd vorkommt :) Wer nicht weiss was ein Nerd ist, der denke an einen Bierdeckelsammler oder Dartprofi ;)

Nachdem wir in San Pedro unser Spanisch aufgepimpt hatten waren wir bereit weiter zu ziehen. Das Geruecht dass in San Marcos de la Laguna (Auch am Lago Atitlan) eine "ganz besondere Energie" herrscht zog uns fuer eine Nacht dorthin, die Energie war aber nicht sehr viel "besonderser" als in San Pedro auch, ausser dass es dort ein paar Meditationszentren gab. Daniel nahm noch an einer wohl recht enttaeuschenden Meditation teil und wir entschieden uns dazu, den wunderschoenen und wirklich sehr besonderen Lago de Atitlan zu verlassen.
Es wurde dringend Zeit endlich mit dem Arbeiten anzufangen und Antigua ist in Guatemala wohl die Hauptstadt der Volunteer-Worker, so waehlten wir uns diese Stadt als naechstes Ziel aus...Back on the road.

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Posted by The Two 1:02 PM Archived in Guatemala Comments (0)

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